Magdeburg (dpa) l Magdeburg, Halle, Köthen: Viele Bahnhöfe in Sachsen-Anhalt sind wegen der Modernisierungsoffensive der Deutschen Bahn in diesem Jahr Baustellen. 400 Millionen Euro will der Konzern im Land investieren. Das entspricht etwa dem Volumen des Vorjahres. Bundesweit gibt der Konzern nach eigenen Angaben mit 7,5 Milliarden Euro in 2017 so viel Geld aus wie nie. Damit will die Bahn pünktlicher und schneller werden. Was ist in Sachsen-Anhalt geplant?

Magdeburg: Der Hauptbahnhof in Magdeburg soll schöner werden. Derzeit liefen Planungen für ein neues Licht- und Farbkonzept in der Empfangshalle, sagte Jeannette Winter, die bei der Bahn für Bahnhöfe und Stationen verantwortlich ist. Die Rückseite solle eine neue Fassade bekommen. Der Start der Arbeiten sei noch in 2017 geplant. Zudem erneuert das Unternehmen auch in Magdeburg nach und nach die Anlagen. Zentrale Projekte bleiben der City-Tunnel und die Sanierung der Eisenbahnbrücken. Derzeit gebe es Schwierigkeiten mit dem Leistungsanteil der Stadt Magdeburg zum Tunnelbau. Ob das zu Verzögerungen führen werde, sei noch unklar.

Halle: Der Leiter für Großprojekte bei der Bahn in der Region, Marcus Schenkel, nannte den Hauptbahnhof in der Saalestadt die "größte Bahnbaustelle in Deutschland". "Salopp gesagt bleibt kein Stein auf dem anderen." Seit Dezember 2015 wird die Ostseite komplett saniert – die Arbeiten seien im Zeitplan. Ende des Jahres sollen die Anlagen ans Netz gehen und damit pünktlich zur geplanten kompletten Inbetriebnahme der neuen ICE-Strecke zwischen Berlin und München. Von dem Großprojekt profitiere Halle besonders, sagte der zuständige Konzernbevollmächtigte Eckart Fricke. "Die Stadt bekommt eine extrem schnelle Verbindung nach Berlin." Die Fahrt soll nur noch 90 Minuten dauern. Der Hauptbahnhof bleibt eine Baustelle. Die Bahn sperrt für zwei Jahre die Westseite, um auch dort die Anlagen zu sanieren.

Köthen: Den Bahnhof in Köthen nannten die Bahnverantwortlichen in der Vergangenheit bereits "ihr lebendiges Eisenbahnmuseum". Zunächst bereitet die Bahn derzeit den Neubau elektronischer Stellwerke vor, um die alten Vorgänger abzulösen. Das sei die Voraussetzung, um den Bahnhof komplett umzubauen, sagte der Konzernbevollmächtigte Fricke. Es liefen Gespräche mit der Stadt, auch die Anwohner sollen in die Planungen einbezogen werden.

Behinderungen: "Es ist immer ein Grundkonflikt zwischen Bauen und Fahren und der lässt sich auch nicht auflösen", fasst der Verantwortliche für die hiesigen Bahn-Großprojekte, Marcus Schenkel, zusammen. So werde es in diesem Jahr mehrere Streckensperrungen in Sachsen, Sachsen-Anhalt und Thüringen geben, weil die komplettierte ICE-Neubaustrecke München-Berlin eingebunden werden muss. Auch der Umbau in Köthen werde mit Einschränkungen verbunden sein.