Wetter Schneeverwehungen und Glätte durch Sturmtief "Elli": So ist die aktuelle Lage in Sachsen-Anhalt
Sturmtief „Elli“ zieht über Deutschland und auch Sachsen-Anhalt ist von dem Extremwetter betroffen. Für das ganze Bundesland gelten Wetter-Warnungen bis hin zu Unwetterwarnungen der zweithöchsten Stufe. Um eine große Gefahr kommt die Region aber wohl herum.

Magdeburg/Halle (Saale)/DUR. - Sturmtief „Elli“ zieht über Deutschland und sorgt auch in Sachsen-Anhalt für Schnee, Glätte und starke Winde. Für das gesamte Bundesland gelten Wetterwarnungen bis hin zur zweithöchsten Unwetterstufe. Schulen, Verkehr und Veranstaltungen sind regional betroffen - ein Überblick.
Das Wichtigste im Überblick
- Unwetterwarnungen vor allem im Norden Sachsen-Anhalts
- Schnee, Glätte und teils starke Schneeverwehungen erwartet
- Einschränkungen im Nah-, Zug- und Fährverkehr
- Teilweise Distanzunterricht und Schulausfälle
Welche Folgen hat der Wintersturm "Elli" für Sachsen-Anhalt?
Verkehr & Nahverkehr (Stand 9.01 Uhr)
Landkreis Mansfeld-Südharz: Busverkehr weitgehend eingestellt
Burgenlandkreis: öffentlicher Nahverkehr vollständig eingestellt. Das betrifft sowohl den Linien- als auch den Schülerverkehr.
Magdeburg: Schneesturm und glatte Straßen, Ausfälle und Einschränkungen im Zugverkehr
Halle: Hauptstraßen sind geräumt, der Verkehr rollt
Saalekreis: Auf der A143 und A38 blieben Fahrzeuge liegen, Streufahrzeuge im Saalekreis im Einsatz.
Brocken: Zugverkehr weitgehend eingestellt, lediglich Teilstrecke Nordhausen-Ilfeld in Betrieb
Aktuelle DWD-Warnungen vor starkem Schneefall
- Kreis Harz - Tiefland,
Brocken: Verkehr und Tourismus
Die Harzer Schmalspurbahnen (HSB) hatten bereits am Donnerstag mitgeteilt, dass der Zugverkehr am Freitag weitgehend eingestellt wird. Planmäßig verkehre lediglich der Abschnitt im Südharz zwischen Nordhausen und Ilfeld Neanderklinik, so die HSB.
Ein wichtiger Hinweis richtet sich an Gäste und Besucher des Brockens: Bereits am Mittwochabend hatte der Kreisstraßenbauhof den Winterdienst auf der Brockenstraße (K 1356) eingestellt. Ab Samstag, dem 10. Januar, wird die Straße wieder geräumt, dann kommt ab der Frühschicht eine Schneefräse zum Einsatz.
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Schifffahrt und Fähren
Bereits seit Mittwoch sind aufgrund der anhaltenden Minusgrade Eisbrecher auf dem Mittellandkanal sowie auf dem Elbe-Havel-Kanal im Raum Magdeburg im Einsatz. Nach Angaben des Wasserstraßen- und Schifffahrtsamtes Elbe hatte sich dort bereits eine drei Zentimeter dicke Eisschicht gebildet.
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Die Elbfähren in Aken, Barby, Breitenhagen, Elster, Ferchland-Grieben, Pretzsch, Rogätz und Werben sind bis auf Weiteres außer Betrieb.
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Was passiert mit den Schulen in Sachsen-Anhalt am Freitag?
Aufgrund der extremen Wetterbedingungen stellen teilweise ganze Landkreise auf Distanzunterricht um. Eine grundsätzliche Absage des Präsenzunterrichts im ganzen Land kommt laut Landesschulamt von Sachsen-Anhalt nicht infrage. Dies liege an der komplett unterschiedlichen Lage in den verschiedenen Landesteilen, so die Behörde.
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Die Entscheidung, ob ein Schulbetrieb allgemein nicht möglich ist, obliege den Trägern der Schülerbeförderung. Wenn die Schülerbeförderung in einem oder mehreren Landkreisen beziehungsweise kreisfreien Städten ganz oder teilweise nicht gewährleistet werden könne, sei dort auch kein Unterricht in Präsenz möglich.
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Worum handelt es sich bei Winter-Tief „Elli“?
„Es handelt sich dabei um ein kleines, aber kräftiges Tiefdruckgebiet, das derzeit von West nach Ost über Deutschland hinwegzieht“, erklärte Thomas Endrulat vom Deutschen Wetterdienst (DWD) am Donnerstag.
Es handelt sich dabei um ein kleines, aber kräftiges Tiefdruckgebiet.
Thomas Endrulat, DWD
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Laut dem Wetterexperten dreht sich das Tief „wie ein schnelles Wagenrad“ und schleudert dabei niederschlagsreiche Luft aus dem Süden gegen kalte Luft aus dem Norden. „Dadurch entsteht ein quer durch Deutschland verlaufender Streifen, der im Norden für Schnee und im Süden für Regen sorgt“, so Endrulat.
Was macht Wintersturm „Elli“ so gefährlich?
Sturmtief „Elli“ bringt gleich mehrere Besonderheiten mit sich. Besonders gefährlich: Zunächst wird es an der Front des Tiefs wärmer. In manchen Regionen wird es dadurch regnen. Und wenn der Regen auf gefrorenen Boden trifft, droht Glatteis.
Betroffen sind hier vor allem Süddeutschland bis nach Thüringen hinein. Sachsen-Anhalt könnte hier Glück haben. Entgegen den ersten Prognosen könnte auch der Landessüden vom Blitzeis verschont werden.
In der zweiten Phase bringt Tief „Elli“ dann wieder Kälte, teils viel Schnee in kurzer Zeit und viel Wind mit sich. In einem Streifen von der Nordsee bis in den Osten hinein können verbreitet um die zehn bis 15 Zentimeter Neuschnee zusammenkommen.
Den meisten Schnee erwartet der Deutsche Wetterdienst für die sogenannten Staulagen der Mittelgebirge. Der Wind kann dann für Schneeverwehungen sorgen.
In Sachsen-Anhalt ist hier vorwiegend der Landesnorden betroffen. Für die Altmark gilt bis Samstag 0 Uhr eine Amtliche Unwetterwarnung vor starken Schneeverwehungen. „Die Kombination aus leichtem Schneefall und stürmischem Ostwind sollte man nicht unterschätzen“, mahnt Wetter-Profi Endrulat.
Vor allem die dadurch entstehenden Schneeverwehungen seien gefährlich. „Der Wind trägt den Schnee von einer Stelle zur anderen und häuft ihn dort an“, erklärt der Experte. Die Folge seien blockierte Straßen in Verbindung mit Glatteis.
Für den Burgenlandkreis wurde eine amtliche Warnung vor markanter Glätte herausgegeben, gültig bis 10 Uhr. Grund sind Eis und Glatteis, die die Lage auf den Straßen weiter verschärfen.
Für die Landkreise Mansfeld-Südharz und Harz wurde die Unwetterwarnung am Freitagmorgen jedoch wieder aufgehoben. Hier gilt wie für ganz Sachsen-Anhalt eine Warnung vor Schneefall und Schneeverwehung bis zum Samstagabend.
DWD-Experte: "Wir empfehlen jedem, zu Hause zu bleiben"
Daher rät der Wetterexperte zu besonderer Vorsicht: „Ich kann Meldungen anderer Medien, die von ,Lebensgefahr‘ sprechen, nicht bestätigen. Dennoch empfehlen wir jedem, der zu Hause bleiben kann, auch zu Hause zu bleiben“, so Endrulat.