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Experten schlagen Alarm Trockenster Winter seit Jahren: Droht uns jetzt ein extremer Hitze-Sommer?

Es regnet kaum – und Entspannung ist nicht in Sicht. Der Winter 2025/26 gilt als einer der trockensten der vergangenen Zeit. Das Fehlen von Niederschlag kann erhebliche Folgen für den Sommer haben.

Von Franziska Peinelt Aktualisiert: 27.01.2026, 15:15
Der aktuelle Winter ist sehr trocken. Das könnte sich negativ auf den Sommer auswirken.
Der aktuelle Winter ist sehr trocken. Das könnte sich negativ auf den Sommer auswirken. (Symbolfoto: Imago/Wolfgang Maria Weber)

Magdeburg/Halle (Saale). – Ein außergewöhnlich trockener Winter alarmiert Wetter-Experten in Deutschland. Neue Auswertungen zeigen, dass der Winter 2025/26 einer der niederschlagsärmsten seit Beginn der Wetteraufzeichnungen werden könnte.

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Die möglichen Folgen der Trockenheit können sich bis weit in den Sommer auswirken.

Blockade durch Hochdruck im Osten: Wetterlage kaum in Bewegung

Seit 1. Dezember sind laut Johannes Habermehl von "Meteored" bundesweit durchschnittlich nur 51 Liter Niederschlag pro Quadratmeter gefallen. Das entspricht lediglich 28 Prozent des Mittels der Jahre 1991 bis 2000. "Mit Dürre verbindet man immer trocken und heiß, deswegen wird Dürre im Winter kaum wahrgenommen", so Hydrologe Andreas Marx.

Dabei ist der Winter bereits deutlich fortgeschritten. Verantwortlich für die Trockenheit ist die Dominanz von Hochdruckgebieten im Osten, die fast alle Regen- und Schneefronten von Sachsen-Anhalt fernhalten.

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Und: Bis mindestens Ende Januar sind kaum erwähnenswerte Niederschläge in Sicht. Auch für den Februar zeichnet sich ein ähnlicher Verlauf ab.

Laut Meteorologen wie Dominik Jung verhindert die Blockade den Zustrom feuchter Luftmassen vom Atlantik. Flüsse, Böden und Grundwasserspeicher starten so mit einem massiven Defizit in das neue Jahr. Die Böden seien im Winter zwar feuchter als im Sommer, seien derzeit aber trockener als normal, so Marx.

Trockener Winter als Garant für Hitze-Sommer

Experten blicken demnach mit Sorge auf die kommenden Monate. Ein extrem niederschlagsarmer Winter erhöht nämlich die Wahrscheinlichkeit für einen sehr warmen Sommer erheblich. Der Grund liegt im Wasserhaushalt der Erde. Daran könne auch der Schnee nichts ändern, weiß Marx. Durch den Frost sei der Boden gefroren und könne so kein Wasser aufnehmen.

Fehlt die winterliche Auffüllung, kann im Sommer weniger Wasser verdunsten, und somit fällt ein wichtiger natürlicher Kühlungseffekt weg. Hochdruckgebiete stabilisieren sich dadurch schneller und Hitzeperioden halten länger an.

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Besonders kritisch ist die mögliche Wechselwirkung zwischen Trockenheit und Hitze, so Habermehl. Ausgedörrte Böden heizen sich rasch auf, hohe Temperaturen verstärken wiederum die Austrocknung. Diese Rückkopplung kann bereits im frühen Sommer zu Extremwetter führen.

Sollte auch das Frühjahr unterdurchschnittlich feucht bleiben, drohen langanhaltende Hitzephasen mit wenig Regen.

Trockener Winter: Folgen für Umwelt, Landwirtschaft und Wasserversorgung

Die Auswirkungen können laut Habermehl erheblich sein. Sinkende Pegelstände, weiter abnehmende Grundwasserreserven und regionale Wasserknappheit werden dann wahrscheinlicher.

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Landwirte müssten mit trockenen Böden in die Anbausaison starten, was wiederum die Erträge gefährdet. Wälder geraten unter Stress und das Risiko für Waldbrände und Schädlingsbefall steigt.

Hoffnung besteht nur, falls ein sehr niederschlagsreiches Frühjahr die Defizite zumindest teilweise ausgleicht. Experten warnen jedoch: Die Ausgangslage bleibt hochriskant.