Konkurrenz belebt bekanntlich das Geschäft. Das trifft auch auf die Schullandschaft zu, deshalb sind Schulen in freier Trägerschaft ausdrücklich gewünscht. Eigentlich. In der Realität ist Sachsen-Anhalt vom Gleichheitsgrundsatz zwischen staatlichen und freien Schulen noch Lichtjahre entfernt. So müssen freie Träger die ersten drei Jahre beispielsweise ohne jeden Cent an staatlichen Mitteln überbrücken. Dies wird zur Hürde, die für viele einen Start von vornherein unmöglich werden lässt.

Die Lesart der Harzer Kreisverwaltung, wonach man bei der Beförderungspflicht zwischen Schülern staatlicher und freier Schulen unterscheide, belegt die rückwärts gewandte Diskussion im Land einmal mehr. Ganz abgesehen davon, dass sich für diese Interpretation im Gesetz kein Beleg finden lässt und das Land die Sache entsprechend anders sieht – diese Sicht ist vor allem mit Blick auf den Wunsch nach Vielfalt und gesundem Konkurrenzkampf zwischen Schulen einmal mehr kontraproduktiv.