Magdeburg (dpa) l Der Bildungsexperte und Fraktionschef der Linken im Landtag, Thomas Lippmann, prognostiziert einen neuen Höchststand beim Unterrichtsausfall an den Schulen. Es sei damit zu rechnen, dass in diesem Schuljahr mindestens 700.000 geplante Unterrichtsstunden "nicht regulär vertreten" würden, erklärte Lippmann am Montag.

Als Grundlage seiner Berechnungen nannte er Zahlen, die das Bildungsministerium in mehreren Kleinen Anfragen der Linken mitgeteilt hatte. Der Umfang des regulär erteilten Unterrichts, der bei den Schülern tatsächlich ankomme, befinde sich seit vier Jahren im Sinkflug, sagte Lippmann. "Im laufenden Schuljahr werden dabei erneut alle bisherigen Negativrekorde gebrochen."

Ein Sprecher des Bildungsministeriums bezeichnete Lippmanns Berechnungen als nicht nachvollziehbar. Die Zahlen zeigten eine übliche Schwankung von Monat zu Monat. Im Februar und März falle wegen höherer Krankenstände mehr Unterricht aus, im April gingen die Zahlen dann wieder zurück.

Die Suche nach neuen Lehrern beherrscht seit Monaten die politischen Debatten in Sachsen-Anhalt. Laut Ministerium soll es künftig möglich sein, Ersatz für Langzeiterkrankte und Schwangerschaftsvertretungen einzustellen. Bei der Haushaltsaufstellung will das Ressort zudem mehr Stellen für Lehrer und pädagogische Mitarbeiter anmelden.