Auf den ersten Blick eine gute Idee: Schwarzfahrer landen nicht mehr vor dem Kadi, wenn sie ohne Fahrschein erwischt werden, sondern werden – wie beim Falschparken – vom Ordnungsamt zur Kasse gebeten.

Doch betrachtet man den Entlastungs-Vorschlag für die Gerichte genauer, sieht man schnell zwei Haken der „Entkriminalisierung“. Zum einen sieht Bürgernähe anders aus. Wer heute ohne Ticket erwischt wird, zahlt die hohe Nachlösegebühr und wird angezeigt. Allerdings stellt die Staatsanwaltschaft bei Ein- oder Zweimaltätern zumeist das Verfahren ein. Es bleibt bei der Nachlösegebühr.

Wird nun das Prozedere in die Hände der Kommunen gegeben, darf man sicher davon ausgehen, dass diese die „Bußgelder“ bis zum letzten Cent eintreiben. Auch bei Ersttätern. Und wenn der Schwarzfahrer nicht zahlt, landet der Fall sowieso wieder auf dem Tisch vom Amtsrichter.

Auf den zweiten Blick: Keine gute Idee. Die Ahndung sollte so bleiben, wie sie ist.