Zerbst | Sachsen-Anhalts SPD hat am Sonnabend bei einem Landesparteitag in Zerbst den Weg für eine künftige Doppelspitze geebnet. 72 Delegierte stimmten dafür, 17 votierten mit Nein, drei enthielten sich. In Zukunft soll ein Duo aus Mann und Frau die SPD leiten.

Der bisherige Landesvorsitzende Burkhard Lischka wird beim Parteitag im Januar 2020 nicht wieder für das Amt kandidieren. Für seine Nachfolge bewerben sich mindestens zwei Frauen und drei Männer. Am 5. September startet eine Reihe von Regionalkonferenzen, bei denen sich die Kandidaten für die Doppelspitze vorstellen.

Lischka hatte zuvor für die Doppelspitze geworben. Darin liege eine „große Chance“ für den Landesverband, sagte er. „Politik ist Teamarbeit“, betonte der Magdeburger. „Wir sollten nicht zur Partei der Rechthaber und Heckenschützen verkommen.".

Kritik an Koalitionspartner CDU und Grüne

In ihrer Rede hatte zuvor die Landtags-Fraktionsvorsitzende Katja Pähle die Koalitionspartner kritisiert. „Die Zusammenarbeit in dieser Koalition steht allzu oft auf der Kippe“, sagte sie. „Verlässlichkeit wird in der CDU nicht immer großgeschrieben.“ Die Union setze ihre innere Ungeklärtheit „häufig in destruktives Verhalten und in Abwarterei um“. Sie unterbreite meistens keine eigenen Vorschläge. Grundprämisse der Union sei: „Am besten bleibt alles, wie es ist.“

Auch die Grünen bekamen ihr Fett weg. Diese würden sich allzu oft nur als Lobby für das Landwirtschafts- und Umweltministerium verstehen und seien deshalb als „Schmalspurpartei“ auch nicht immer eine Hilfe. „Hier muss mehr kommen.“

Und: „Wenn wir CDU und Grünen die Themensetzung überlassen würden, würde die Politik in diesem Land nur noch um Hamster, Wölfe und Seilbahnen kreisen und an der Lebenswirklichkeit der Menschen völlig vorbeigehen.“