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Kultmarke aus dem Osten Der Aufstieg des DDR-Waschmittels Spee und die Geschichte hinter seinem Namen

Spee zählt zu den wenigen Waschmitteln mit Wurzeln in der DDR, die sich bis heute erfolgreich auf dem gesamtdeutschen Markt behaupten. Das in Genthin entwickelte Produkt wurde zu einer modernen Marke mit vielfältigem Sortiment und ist für viele Menschen ein fester Bestandteil des Alltags. Über den Werdegang von Spee und was die Marke bis heute auszeichnet.

Von Florian Zellmer Aktualisiert: 14.01.2026, 14:32
Spee war zu DDR-Zeiten das vielleicht bekannteste Waschmittel und hat als Waschmittel-Marke bis in die Gegenwart überlebt.
Spee war zu DDR-Zeiten das vielleicht bekannteste Waschmittel und hat als Waschmittel-Marke bis in die Gegenwart überlebt. Foto: Imago/Chromorange

Genthin. – Die Marke Spee wurde 1968 im damaligen VEB Waschmittelwerk Genthin in der DDR erfunden. Der Name setzt sich als Abkürzung aus „SPEzial-Entwicklung“ zusammen.

Spee war als Vollwaschmittel konzipiert und hatte schnell Erfolg: Schon kurz nach der Einführung erreichte Spee einen Marktanteil von etwa 80 Prozent in der DDR, womit es das zuvor dominierende Milwa überholte und zur meistverkauften Waschmittelmarke im Osten Deutschlands wurde.

Spee zeichnete sich besonders durch gute Waschleistung auch bei niedrigen Temperaturen und geringe Schaumentwicklung aus: wichtige Eigenschaften gerade für synthetische Gewebe und moderne Waschmaschinen.

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Waschmittel-Klassiker Spee: Wie entwickelte es sich vor der Wende?

In den 1970er und 1980er Jahren wurde Spee kontinuierlich weiterentwickelt. 1973 folgte die Einführung von Spee gekörnt, in den folgenden Jahren kamen Varianten wie Spee Syntex, Spee Intensiv oder Spee Color hinzu, die unterschiedliche Waschbedürfnisse abdecken sollten.

Diese Vielfalt machte die Marke in Haushalten vielfältig einsetzbar und festigte ihren Ruf als zuverlässiges Waschmittel für verschiedene Textilien und Waschbedingungen.

Kultmarke Spee wird kernsaniert: Was der Neustart mit Henkel brachte

Nach der deutschen Wiedervereinigung erwarb die Henkel KGaA im November 1990 das Waschmittelwerk Genthin von der Treuhandanstalt.

Henkel brachte Spee und Spee Color mit einer phosphatfreien Rezeptur auf den gesamtdeutschen Markt – damals ein wichtiger Schritt, um aktuellen ökologischen Auflagen gerecht zu werden.

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Mit dem vom Spee-Fuchs gesprochenen Slogan "Die schlaue Art zu waschen" wurde es in den 1990er-Jahren auch im Westen Deutschlands bekannt.

Henkel nutzte dabei das Potenzial von Spee und führte neue Varianten ein, um sie auf dem gesamtdeutschen Markt zu positionieren:

  • Spee Megaperls (1996) – kompakte Waschperlen mit hoher Waschleistung, die geringere Dosierung erlauben und den Verbrauch reduzieren sollen
  • Spee Tabs (1999) – vordosierte Waschmittel-Tabletten
  • Spee Gel (2000) – flüssige Variante des Klassikers

Spee wurde damit nicht nur im Osten, sondern auch im Westen Deutschlands zu einer bekannten Preiseinstiegs- und Alltagsmarke im Waschmittelsegment.

Markenentwicklung und moderne Produktvielfalt: von Pulver bis zu Power Cars

Im Laufe der 2000er und 2010er Jahre wurde das Produktsortiment weiter ausgebaut, um aktuelle Verbraucherbedürfnisse zu bedienen:

  • Spee Sensitive Gel mit hautfreundlicher Formulierung.
  • Spee Black für dunkle Wäsche
  • Spee 2in1 kombiniert Waschmittel und Weichspüler
  • Spee Aktiv Gel Nature mit pflanzenbasierten Inhaltsstoffen
  • Spee Power Caps – vordosierte Kapseln mit biologisch abbaubarer Hülle und hoher Reinigungskraft

Heute bietet Spee sowohl Pulver- als auch Flüssigwaschmittel in verschiedenen Varianten für Universal-, Color- oder Spezialanforderungen und versucht laut Aussage des Unternehmens durch kontinuierliche Produktinnovation relevant zu bleiben.

Produktion und Historie des ostdeutschen Waschmittelherstellers

Trotz der DDR-Wurzeln wird Spee heute nicht mehr in Genthin, sondern in Düsseldorf von Henkel produziert – ein Standortwechsel, der nach der Wende schrittweise erfolgte, als alle Produktionsanlagen aus Genthin zurückgezogen wurden.

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Das ehemalige Werk in Genthin wurde anschließend von der Hansa Group übernommen, die Marke und mögliche weitere Entwicklungen liegen aber bei Henkel, das Spee weiter als starke Marke im Waschmittelmarkt führt.

Wo Spee heute steht: Immer noch die schlaue Art zu waschen?

Spee wird heute von Verbrauchern nicht nur als nostalgischer Ost-Name wahrgenommen. Nach wie vor gilt es als preiswertes Markenwaschmittel mit breitem Sortiment, das sich auf dem deutschen und europäischen Markt behauptet hat.

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Die Marke setzt auf eine überschaubare Produktvielfalt und simple, umweltfreundliche Rezepturen, die den heutigen Anforderungen an Nachhaltigkeit und Waschleistung entsprechen.