Halle/Magdeburg (dpa) l In Sachsen-Anhalt gibt es trotz lang anhaltenden Bevölkerungsschwunds mehr Wohnungen. Zuletzt wurden 1,281 Millionen Wohnungen gezählt, wie das Statistische Landesamt unter Berufung auf Zahlen von Ende 2018 mitteilte. Das waren fast 41.600 mehr als noch im Jahr 1989. Parallel dazu stieg auch die Wohnfläche: Statt auf 81 Millionen Quadratmetern leben die Sachsen-Anhalter jetzt auf 103,5 Millionen Quadratmetern.

Mit Blick auf die sinkende Bevölkerung sorgt dieser Zuwachs dafür, dass jeder Sachsen-Anhalter deutlich mehr Platz hat. Statistisch gesehen hat jeder Einwohner 47 Quadratmeter zum Wohnen – das sind 20 Quadratmeter mehr als vor 30 Jahren. Auch die mittlere Größe der eigenen vier Wände stieg: Statt 65,3 Quadratmeter sind es heute 81 Quadratmeter.

Doch in der Realität bedeutet das auch mehr Wohnungsleerstand. Nach Angaben der Wohnungswirtschaft meldeten die Hälfte der 192 genossenschaftlichen und kommunalen Unternehmen im Jahr 2018 gestiegenen Wohnungsleerstand. Vor allem fern der Großstädte Magdeburg und Halle stehe fast jede achte Wohnung leer, hieß es.

Dabei sorgte die genossenschaftliche Wohnungswirtschaft in der Vergangenheit mit öffentlicher Förderung dafür, dass nicht mehr benötigter Wohnraum verschwindet: Seit dem Jahr 2000 rissen sie 90.000 Wohnungen ab.