Justizvollzug

Stich für Insassen: Noch im Juli Corona-Schutzimpfung für alle Gefangenen Sachsen-Anhalts geplant

Immer mehr Menschen lassen sich impfen, um sich so gegen das Coronavirus zu schützen. Doch insbesondere Gefangene haben nicht die Möglichkeit, sich ganz einfach beim Hausarzt oder in einem Impfzentrum einen Termin zu vereinbaren. Das Land Sachsen-Anhalt plant für Juli daher nun eine umfassende Corona-Impf-Aktion. 

Die Insassen sollen mit Moderne geimpft werden. Foto:
Die Insassen sollen mit Moderne geimpft werden. Foto: imago stock&people

Magdeburg (vs) - Ab dem 12.Juli startet in Sachsen-Anhalts drei Vollzugsanstalten und in der Jugendanstalt eine Corona-Impfaktion für alle Gefangenen. Das Sozialministerium stellt dafür zunächst 1.500 Impfdosen der Firma Moderna zur Verfügung. Bei einer unterstellten Impfbereitschaft von 85 Prozent kämen rund 1300 Gefangene für eine Schutzimpfung in Frage.

Gefangene der Kategorien I bis III - insbesondere mit Vorerkrankungen - und die Bediensteten der Einrichtungen wurden bereits im April geimpft. Auch jetzt sollen wieder mobile Impfteams die Anstalten besuchen.

Justizministerin Anne-Marie Keding sagte, sie hoffe auf eine möglichst hohe Beteiligung. „Auch wenn derzeit die Inzidenz-Zahlen weiter sinken und wir gerade in Sachsen-Anhalt nur noch wenige Neuinfektionen verzeichnen müssen, dürfen wir uns nicht in Sicherheit wiegen, das zeigt ein Blick in andere europäische Länder. Die Schutzmaßnahmen vor Covid-Infektionen in unseren Justizvollzugsanstalten waren wichtig, haben aber auch zu vielen Einschränkungen, etwa im Besuchsverkehr, geführt. Mit den Schutzimpfungen können wir hier über noch weitere Lockerungen nachdenken als die bisher durchgeführten.“