Magdeburg (dpa) l Rein rechnerisch passiert es 37 Mal am Tag: Die Polizei hat in den ersten sechs Monaten 2017 Tausende Wildunfälle auf Sachsen-Anhalts Straßen registriert. Meistens krachte es außerorts und auf Autobahnen – und in sieben von zehn Fällen lief ein Reh vor die Motorhaube. Das geht aus einer vorläufigen Statistik des Innenministeriums hervor. Demnach wurden im ersten Halbjahr fast 6700 Wildunfälle aufgenommen. Im gleichen Zeitraum 2016 waren es nur geringfügig weniger.

Crashs mit Rehen drohen in den kommenden Wochen gehäuft: Nach Angaben von Jagdverbänden sind die Tiere bis in den August hinein aktiver und queren auch häufiger tagsüber die Straßen. Der Grund: Es ist Paarungszeit bei den Rehen. Autofahrer sollten besonders wachsam und bremsbereit sein, so die Empfehlung.

Meist nur Sachschäden

Wildunfälle sind in Sachsen-Anhalt ein zunehmendes Problem. 2016 waren sie erstmals seit Beginn der Statistik die häufigste Unfallursache. Rund 13.900 Vorfälle wurden von der Polizei aufgenommen und damit gut 6,5 Prozent mehr als im Vorjahr. Allerdings bleibt es nach Angaben der Verkehrsexperten des Innenministeriums bei den meisten Zusammenstößen bei Sachschäden.

Seit Längerem arbeitet Sachsen-Anhalt unter Federführung des Verkehrsministerium an einem Pilotprojekt, um die Zahl der Wildunfälle zu minimieren. Dazu wurden bereits mehrere besonders unfallträchtige Streckenabschnitte auf Bundes- und Landesstraßen in verschiedenen Landkreisen ausgewählt. Dort soll laut Verkehrsministerium getestet werden, inwiefern sich die Wildtiere durch eine Kombination aus Reflektoren und akustischen Signalen von den Straßen abhalten lassen.

Infografik: Wildunfälle treffen besonders oft Rehe | Statista Mehr Statistiken finden Sie bei Statista

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