Halle l Sarah von Neuburg ist morgens um fünf – also quasi mitten in der Nacht – nicht nur wach, sondern auch mit der Energie eines Duracell-Hasen am Arbeiten. Sie selbst findet das gar nicht besonders. „So viele Menschen machen dasselbe, im Hotel oder an der Tankstelle zum Beispiel.“ Der Unterschied ist nur: Sie unterhält keine Reisegruppe an der Rezeption. Ihr hören beim Arbeiten hunderttausende Menschen im Radio zu. Zusammen mit Lars-Christian Karde moderiert sie die Morningshow bei MDR Jump.

In solch einem Job gilt es bekanntermaßen, stets sehr gut gelaunt zu klingen. Die 36-Jährige muss ihre Stimme dafür nie besonders steuern, sagt sie. „Ich bin um diese Zeit fit, ich muss nicht so tun.“ Das allerdings kommt nicht von ungefähr: Abends geht sie brav um acht ins Bett, um dann um 3.47 Uhr – nach einer Runde snoozen – in den Tag zu starten. Nur bis sie so früh auch einschlafen konnte, hat es gedauert. Da halfen keine Tricks, weder Meditation noch Lavendel-Spray auf dem Kopfkissen.

Eine halbe Stunde fährt die Moderatorin morgens zum Hallenser Funkhaus. Auf Stimmübungen im Auto verzichtet sie. „Ich weiß, dass manche Kollegen auf dem Weg zur Arbeit vor sich hinbrummeln. Aber meine Stimme ist sehr robust, ich bin nie heiser.“

Hörer überrascht, dass sie nicht blond ist

Nun kann es natürich doch mal passieren, dass Sarah von Neuburg müde am Mikro steht. Künstlich in den Hallo-Wach-Modus schalten muss sie dann aber nicht: „Wir dürfen den Hörern auch sagen, wenn wir grummelig sind.“ Bei anderen Sendern, sagt sie, gehört das nicht zum Konzept.

Wer die Moderatorin nach Feierabend trifft, der hört die gleiche Sarah wie in ihrer Show. „Früher hatte ich eine Radiostimme und eine für das echte Leben. Ich dachte, ich müsste etwas machen, um sympathisch zu klingen. Aber umso wohler ich mich auf Sendung gefühlt habe, desto mehr habe ich einfach drauf los geredet.“ So kommt es, dass sie oft erkannt wird. Der Satz, den sie dann am häufigsten hört: „Ich dachte, Sie sind blond.“ Sarah von Neuburg lacht. „Am Anfang dachte ich: Bin ich etwa doof?“ Ihre Chefin konnte aber Licht ins dunkel bringen. Sie hat ihr erklärt, dass man mit hellen Stimmen oft blonde Menschen verbindet.