Halle (dpa) l Sie sind klein, unauffällig und für viele Jäger und Naturschützer in Sachsen-Anhalt unverzichtbar: Wildkameras. Rehe, Wildschweine und Füchse werden regelmäßig von ihnen erfasst, wie eine Umfrage der Deutschen Presse-Agentur ergab. Aber auch seltenere Bewohner des Landes können demzufolge gut mit der speziellen Technik überwacht werden. Besonders gut gelinge das beim Wolf.

"Die Wildkameras sind eines der wichtigsten Instrumente, um über den Wolfsbestand Informationen zu bekommen", sagte der Geschäftsführer des Landesjagdverbands, Wilko Florstedt, in Langenweddingen. Dank der Aufnahmen wüssten Revierinhaber und Naturschützer recht detailliert, wo und wie die Wölfe leben und ob sie Nachwuchs haben. Nach Angaben des Wolfskompetenzzentrums Iden gibt es derzeit 13 Rudel im Land, was etwa 70 bis 80 Tieren entspreche. Ihre Zahl nehme zu.

Tiere bleiben ungestört

Normalerweise suchen die Zuständigen die Fotofallen nur einmal im Monat auf, um die Speicherkarten einzusammeln und die Akkus auszuwechseln, wie die Sprecherin des Umweltministeriums, Jenny Schwarz, in Magdeburg berichtete. So blieben die Tiere ungestört.

Doch nicht nur der Wolfsbestand wird akribisch mit den kleinen Boxen überwacht. Auch Rehe, Füchse, Fischotter und selbst Luchse sind laut Florstedt häufige Motive. "Die Wildkameras sind aus vielen Revieren einfach nicht mehr wegzudenken." Ihr Vorteil: Sie sind unauffällig, können auch nachts gute Aufnahmen machen und lassen die Tiere in ihrem natürlichen Lebensraum ungestört.

Identität schützen

Aber nicht alle befürworten die neue Technik. Denn die künstlichen Augen hielten alles fest, was ihnen vor die Linse laufe – auch Menschen, bemerkte der Landesbeauftragte für den Datenschutz, Harald von Bose. Aber nicht jeder Pilzsammler und Spaziergänger finde das gut. Um deren Identität zu schützen, sollten die Fotofallen so aufgestellt werden, dass sie nur in Bodennähe oder von oben Bilder machen könnten.

"Die Wahrscheinlichkeit, dass man von einer Wildkamera aufgenommen wird, ist jedoch nicht sehr hoch", betonte Florstedt. Denn meist sind die kleinen Boxen an Stellen angebracht, die weit von Wanderwegen und Rastplätzen entfernt sind. "Tappt doch mal ein Spaziergänger unfreiwillig in die Fotofalle, wird der "Beifang" umgehend gelöscht", sagte der Verbandsgeschäftfsführer. Das Umweltministerium will mit Blick auf das Wolfsmonitoring auch künftig auf die Technik setzen. Dabei seien gute Absprachen zwischen den Beteiligten wichtig.