Magdeburg/Halle (dpa) l Gefährdete Affen, faszinierend-gefährliche Riesenotter und vielleicht auch Nachwuchs bei den Kleinen Pandas: Die Zoos in Sachsen-Anhalt stehen vor einem spannenden Jahr. In etlichen Tierparks sollen Neuankömmlinge die Besucher erfreuen und die Artenvielfalt schützen, wie die Zoo-Leitungen mitteilten. Doch die neuen Bewohner brauchen auch Platz. Deshalb wird in den Zoos kräftig gebaut, renoviert und umgeplant.

Der besucherreichste Tierpark in Sachsen-Anhalt ist der Bergzoo Halle. Rund 470.000 Gäste wurden im vergangenen Jahr bis Mitte Dezember gezählt, wie Direktor Dennis Müller sagte. Genaue Zahlen sollen noch bekannt gegeben werden. Besonders erfolgreich sei im Vorjahr das Spektakel "Magische Lichterwelten" gelaufen. Die Licht-Show mit rund 300 Figuren chinesischer Laternenkünstler zog 93.000 Neugierige an. In diesem Jahr will der Zoo das Event unter dem Motto "New Worlds" fortsetzen. Vom 26. Januar an soll sich das Areal auf dem Reilsberg erneut in ein leuchtendes Lichtmeer verwandeln. Darüber hinaus sind weitere Veranstaltungen für Groß und Klein geplant.

Staunende Besucherblicke erwartet die Zoo-Leitung aber vor allem wegen seiner Tierwelt. Das Krokodilhaus soll in diesem Jahr umgebaut werden. Dort sollen zwei neue Riesenotter einziehen, wie Müller weiter erklärte. Die bis zu 1,80 Meter langen Raubtiere sollen aus Leipzig und Hamburg kommen.

Außerdem erwartet der Zoo die Ankunft eines neuen Pärchen der stark gefährdeten Silbergibbons. Das Affen-Männchen werde aus Kiew eingeflogen, das Weibchen komme aus München. Bei den Kleinen Pandas hofft der Zoo auf Nachwuchs. Die Schiebetüren zwischen Weibchen und Männchen wurden im Dezember geöffnet, wie der Zoodirektor sagte. Ob die Dame trächtig sei, bleibe abzuwarten.

Giraffenbaby im Frühjahr

Auch im Zoo Magdeburg hofft das Team auf Nachwuchs. Voraussichtlich im Frühjahr komme ein Giraffenbaby zur Welt, hieß es. Außerdem würden Geburten bei den Schwarzschwanzsilberäffchen und Rothunden anstehen. In der renovierten Südamerika-Voliere am Spielplatz sollen zudem Vögel wie Bronzekiebitze und Grünzügelpapageien einziehen, wie eine Zoosprecherin sagte. In der sanierten Anlage am Nordhang seien ab diesem Jahr Japanmakaken mit ihren typisch roten Gesichtern und die unter anderem in Europa lebenden Goldschakale zu sehen.

Die Besucherzahlen bewegten sich zum Jahresende 2018 nach Zoo-Angaben auf mehr als 370.000 Gäste zu. Um mehr Platz für die Tiere zu schaffen, stehen in diesem Jahr nach eigenen Angaben unter anderem Bauvorhaben für das Projekt "Gefährten des Menschen" sowie für verschiedene Volieren an. Dafür investiere der Zoo mehrere Millionen Euro.

Auch der Tierpark in Dessau-Roßlau wünscht sich Nachwuchs. Bis zum 18. Januar 2019 soll eine neue Buntmarder-Anlage fertiggestellt werden, sagte Tierparkleiter Jan Bauer. Im März zieht ein neues Weibchen ein – Helena. Vermutlich ist die Dame bereits trächtig, hieß es. Ob sich ihr Mitbewohner Juri aber über den Zuzug freut, bleibt abzuwarten. Denn: "Helena ist seine Schwiegermutter", witzelt Bauer.

Juris ehemalige Gefährtin Salina war die Tochter von Helena. Nach einem heftigen Sturm Anfang 2018 floh Salina aus dem zerstörten Gehege des Tierparks. In ihrer Not machte sie sich auf ihrem Streifzug über das Federvieh eines benachbarten Kleinbauern her. Als der Halter der Hühner die Buntmarder-Dame dabei ertappte, wie sie mehrere Hühner riss, erschlug er sie.

Neben der Buntmarder-Anlage soll in diesem Jahr auch ein neuer Stall gebaut werden. "Im Herbst kommen Dromedare als Geschenk aus dem Berliner Zoo", sagte der Tierparkleiter weiter. Zum Herbstmarkt sollen sie bereits zu sehen sein. Weitere besondere Veranstaltungen laut Bauer sind 2019 unter anderem eine Nachtführung im Februar, Ostern mit Eiersuchen und das Projekt "Nachts im Mausoleum" im Rahmen des Bauhaus-Jubiläums. 2018 kamen den Angaben zufolge mehr als 100.000 Besucher in den Tierpark.