Badeunfälle vermeiden

Tipps vom DRLG in Sachsen-Anhalt: Diese Baderegeln sollten Sie unbedingt beachten

In den vergangenen Wochen sind in Deutschland mehr als 20 Personen bei Badeunfällen ums Leben gekommen. Darunter sind auch einige Kinder und Jugendliche. Der DRLG Landesverband Sachsen-Anhalt gibt auf Volksstimme-Anfrage wichtige Tipps, worauf Badende achten sollten.

Von Samantha Günther
Laut der Deutschen Lebens-Rettungs-Gesellschaft (DRLG) sind im vergangenen Jahr in Deutschland mindestens 378 Menschen ertrunken.
Laut der Deutschen Lebens-Rettungs-Gesellschaft (DRLG) sind im vergangenen Jahr in Deutschland mindestens 378 Menschen ertrunken. Symbolfoto: picture alliance/dpa | Hauke-Christian Dittrich

Magdeburg - Bei Sonnenschein und sommerlichen Temperaturen locken die Gewässer Sachsen-Anhalts  viele Badelustige an. Die DLRG warnt dabei vor Leichtsinn - laut der Deutschen Lebens-Rettungs-Gesellschaft sind im vergangenen Jahr in Deutschland mindestens 378 Menschen ertrunken, davon 335 in Binnenge­wässern. 

Die Zahl der Badeunfälle für diesen Sommer wird erst am Ende des Jahres bekannt gegeben. In den vergangenen Tagen häufen sich die Meldungen über verunglückte Badende in Deutschland. Mehr als 20 Personen sind bei Badeunfällen ums Leben gekommen. Darunter auch Kinder und Jugendliche.

Dagmar Martin-Knobloch von dem DRLG Landesverband Sachsen-Anhalt erklärt auf Volksstimme-Anfrage, auf welche Baderegeln jeder achten sollte, um Unfälle zu vermeiden. 

Volksstimme: Frau Martin-Knobloch, in den vergangenen Wochen waren unter den Verunglückten auch Kinder und Jugendliche. Wohl die wichtigste Frage: Wann sind Kinder wassersicher?

Martin-Knobloch: "Auch mit bereits guten Schwimmkenntnissen braucht ein Kind nach dem Schwimmenlernen noch Aufsicht beim Schwimmen. Denn bis ein Kind „wassersicher“ ist – sich unter anderem unter Wasser genauso gut zurechtfindet wie über Wasser und 15 Minuten ohne Halt und ohne Hilfen im tiefen Wasser schwimmen kann – dauert es noch eine Weile."

ehr als 20 Personen sind bei Badeunfällen ums Leben gekommen. Darunter sind auch einige Kinder und Jugendliche.
ehr als 20 Personen sind bei Badeunfällen ums Leben gekommen. Darunter sind auch einige Kinder und Jugendliche.
Foto: picture alliance/dpa | Stefan Sauer

Welche allgemeine Baderegeln sollten beachtet werden, wenn Badeunfälle vermieden werden sollen?

1. Gehen Sie nur zum Baden, wenn Sie sich wohl fühlen. Kühle Sie sich ab und duschen Sie, bevor Sie ins Wasser gehen.

2. Niemals mit vollem oder ganz leerem Magen ins Wasser.

3. Als Nichtschwimmer nur bis zum Bauch ins Wasser.

4. Rufen Sie nie um Hilfe, wenn Sie nicht wirklich in Gefahr sind, aber helfen Sie anderen, wenn sie Hilfe brauchen.

5. Überschätzen Sie sich und ihre Kraft nicht.

6. Baden Sie nicht dort, wo Schiffe und Boote fahren.

7. Bei Gewitter ist Baden lebensgefährlich. Verlassen Sie das Wasser sofort und suchen Sie ein festes Gebäude auf.

8. Halten Sie das Wasser und die Umgebung sauber.

9. Aufblasbare Schwimmhilfen bieten keine Sicherheit im Wasser.

10. Nur ins Wasser springen, wenn es frei und tief genug ist.

Der DRLG bitte darum - "haltet euch daran - dann steht dem Badespaß nichts mehr im Weg!"
Der DRLG bitte darum - "haltet euch daran - dann steht dem Badespaß nichts mehr im Weg!"
Symbolfoto: picture alliance / Philipp Schulze/dpa 

Was gibt bei einer Abkühlung in einem Binnengewässer zu beachten?

"Flüsse, Seen oder Kanäle sind nach wie vor die größten Gefahrenquellen. Nur wenige Gewässerstellen werden von Rettungsschwimmern bewacht. Zudem warnen wir vor möglichen Krankheitserregern im Wasser. Baden Sie nicht in Gewässern, die mit Krankheitserregern belastet sind, besonders, wenn Ihre Immunabwehr geschwächt ist.  Gerade natürliche Gewässer sind besonders gefährlich. Auch wenn in Deutschland Mitglieder der Wasserwacht und der Deutschen Lebens-Rettungs-Gesellschaft (DLRG) über die Sicherheit von Badegästen und Wassersportlern wachen: Die Rettungsschwimmer können nicht überall sein. Nur wenige Gewässerstellen werden von Rettungsschwimmern bewacht. In vielen Urlaubsländern sind zudem Badeaufsicht und Wasserrettung wesentlich lückenhafter als hierzulande. Deshalb ist es unvermeidlich, dass Sie für sich und Ihre Familie Verantwortung übernehmen und nicht unvorbereitet ins Wasser springen."

Welche Gefahren birgen Flüsse?

"Flüsse bergen durch ihre Strömung, die aufgrund ihrer Haupteigenschaft des Wassertransportes von der Quelle zur Mündung entstehen, immer ein erhöhtes Gefahrenpotenzial. Die Fließgeschwindigkeit ist dabei abhängig von der Menge des Wassers und dem zur Verfügung stehenden Raum im Flussbett.

Flüsse bergen durch ihre Strömung, die auf Grund ihrer Haupteigenschaft des Wassertransportes von der Quelle zur Mündung entstehen, immer ein erhöhtes Gefahrenpotential.
Flüsse bergen durch ihre Strömung, die auf Grund ihrer Haupteigenschaft des Wassertransportes von der Quelle zur Mündung entstehen, immer ein erhöhtes Gefahrenpotential.
Foto: DRLG Sachsen-Anhalt

Aus diesem Grund kann ein ruhiger, gemächlich fließender Fluss innerhalb wenigen Metern zu einem stark reißenden Wildwasser werden. Aus diesem Grund sollte ein Bad in einem Fluss gut überlegt sein, bei unbekannten Gewässern sollten im Vorwege in jedem Fall Informationen der Einheimischen oder den örtlichen DLRG-Kräften eingeholt werden. Auch von Menschen errichtete Bauwerke, die vor allem der besseren Befahrbarkeit oder Ufersicherung der Flüsse dienen sollen, bergen erhebliche Gefahren für Schwimmer. Bei Wehren und Wasserfällen strömen die oberen Wasserschichten immer mit größerer Geschwindigkeit als die unteren. Ein Schwimmer wird also stets mit den oberen Wasserschichten an die Wehr- bzw. an die Wasserkante gedrückt oder aber über den Kamm hinweggespült."

Bei Wehren und Wasserfällen strömen die oberen Wasserschichten immer mit größerer Geschwindigkeit als die unteren.
Bei Wehren und Wasserfällen strömen die oberen Wasserschichten immer mit größerer Geschwindigkeit als die unteren.
Foto: DRLG Sachsen-Anhalt

In größeren Flüssen, aber auch an den Küsten befinden sich häufig Buhnen zur Strömungsregulierung und zur Minimierung der Abtragung des Ufers. Auf diese Weise werden die Strömungsverhältnisse verändert, vor allem zwischen den Buhnen.

Da auch geübte Schwimmer beim Schwimmen gegen die Strömung schnell ermüden, sollte man sich nur in Strömungsrichtung fortbewegen, auch wenn dies der längere Weg zum Ufer ist und dabei ggf. ein Buhnenfeld umschwommen werden muss."

Noch Fragen? Weitere Informationen für einen sicheren Badeausflug gibt es auf der Webseite der DRLG in Sachsen-Anhalt.