Halle (dpa) l Parks und Grünanlagen im Land haben unter der starken Trockenheit gelitten. Viele Flächen müssen neu bepflanzt werden, wie eine Umfrage der Deutschen Presse-Agentur bei den Kommunen im Land ergab. Vor allem Bäumen und Büschen setzte die starke Hitze im Sommer zu. Wiesen und Grünflächen könnten sich nach kräftigen Regengüssen von alleine erholen, hoffen die Zuständigen der Kommunen. Viele Schäden seien aber vermutlich erst im nächsten Frühjahr nach dem Austrieb abzusehen.

In Stendal wird mit Schäden an etlichen Bäumen gerechnet. "Sobald der Boden durch einen ausgiebigen Regenschauer wieder richtig durchnässt wird, treiben die Gräser wieder durch", sagte Stadtsprecher Philipp Krüger. Doch bei etwa 16 bis 17 Bäumen auf öffentlichen Grünflächen zeichneten sich bereits akute Schäden ab. Falls die Bäume im nächsten Frühjahr nicht austreiben würden, müssten sie ersetzt werden, hieß es. Je nach Größe und Art würden die Kosten eines neuen Baumes 120 bis 150 Euro betragen.

Bäume müssen intensiv gegossen werden

In Merseburg hätten die Mitarbeiter der Stadt in den vergangenen Wochen viel geleistet, um ihre Grünflächen zu bewässern, teilte eine Stadtsprecherin mit. Vor allem erst kürzlich gepflanzte Bäume und Bäume von Baumpaten seien intensiv gegossen worden.

Auch Anwohner halfen und bewässerten das öffentliche Grün vor ihrer Haustür, wie die Stadtsprecherin schilderte. Trotzdem konnten nicht alle Pflanzen gerettet werden. Die Flächen, die sich im Herbst nicht von alleine erholten, sollen im kommenden Frühjahr neu bepflanzt werden, hieß es.

Keine Aussaat mehr dieses Jahr

Halberstadt warte auf einen ergiebigen Regen, sagte Stadtsprecherin Ute Huch. In diesem Jahr solle es aber keine Aussaat mehr geben. So halten es auch die Städte Magdeburg und Dessau-Roßlau. Da das Ende der Trockenperiode noch nicht erreicht sei, müsse abgewartet werden, bis die gesamten Auswirkungen einzuschätzen seien, sagte Stadtsprecher Carsten Sauer in Dessau-Roßlau.

Derweil rufen immer mehr Politiker und Umweltverbände die Anwohner auf, die Bäume vor ihren Häusern zu gießen. "Ich bitte darum die Bevölkerung, soweit es ihnen möglich ist, das Straßenbegleitgrün zu bewässern", hieß es etwa vom parteilosen Oberbürgermeister Torsten Zugehör Ende Juli. In den sozialen Netzwerken verbreitete sich zudem eine amüsante Aktion: die Gieß-Challenge. Mitstreiter würden mit Eimern die Bäume gießen und könnten anschließend im Internet einen neuen Kandidaten nominieren, der einen Baum seiner Wahl wässere. Auch Politiker wie Bildungsminister Marco Tullner (CDU) beteiligen sich in an der Aktion.