Magdeburg l Sachsen-Anhalt wird nur allzu gerne mit dem Tragen der „Roten Laterne“ in Verbindung gebracht – doch es geht auch anders. Besser: Was die Zahl der Unesco-Weltkulturerbe-Stätten betrifft, ist das Ursprungsland der Reformation nämlich spitze: Mit dem Bauhaus Dessau, den Lutherstädten Wittenberg und Eisleben, der Altstadt von Quedlinburg und dem Dessau-Wörlitzer Gartenreich sich gleich vier Weltkulturerbestätten in der Region Anhalt-Dessau-Wittenberg zu finden – damit ist Sachsen-Anhalt laut Landesmarketinggesellschaft „das Bundesland mit der höchsten Dichte an Weltkulturdenkmälern in Deutschland“.

Doch das ist längst noch nicht alles: Das Biosphärenreservat Mittelelbe zählt als Lernort für nachhaltige Entwicklung zum Unesco-Biosphärenreservat Flusslandschaft Elbe. Es erstreckt sich entlang der Elbe zwischen Lutherstadt Wittenberg im Osten über Dessau-Roßlau und Magdeburg bis nach Seehausen im Norden sowie der Mulde. Das Biosphärenreservat umfasst die Elbauen als einzigartiges Auenlandschaftsbiotop und bietet vielen vom Aussterben bedrohten Tieren und Pflanzen Schutz.

Im November 2015 beschloss die 38. Generalversammlung der Unesco zudem die Einführung eines neuen Titels. Mit diesem können Geoparks als Unesco Global Geoparks ausgezeichnet werden. Zu den ersten weltweit 120 Geoparks in 33 Ländern gehörte auch der „Geopark Harz · Braunschweiger Land · Ostfalen.“ Mit einer Fläche von 9646 Quadratkilometern ist der 2002 gegründete Geopark der größte weltweit. Er erstreckt sich über Teile Niedersachsens, Sachsen-Anhalts und Thüringens.

Dritter Versuch für Naumburger Dom

Darüber hinaus wurde die Himmelsscheibe von Nebra in das Register des Weltdokumentenerbes aufgenommen. Dieses Register umfasst wiederum Dokumente, die das kollektive Gedächtnis verschiedener Völker repräsentieren.

Bereits seit 2015 buhlt der Naumburger Dom, zweifellos ein Hauptwerk des Hochmittelalters und der Romanik, um den ersehnten Welterbe-Titel. Zweimal fiel man durch. War der erste Antrag für zu lang und zu wissenschaftlich befunden, so gefiel dem Unesco-Komitee beim zweiten Mal die Einbeziehung der gesamten Landschaft an Saale und Unstrut nicht. Es empfahl für den dritten Anlauf, über den am kommenden Wochenende in Manama (Bahrain) entschieden wird, die Beschränkung allein auf den Dom.