Halle (dpa) l Die in der Anatomie des Universitätsklinikums in Halle konservierte Kinderleichen werden nun beerdigt. Es handelt sich um 74 Körper aus den Jahren 1920 bis 1940. Nach der Einsargung am Freitag sollten die Kinderleichen in den nächsten Tagen eingeäschert werden, sagte ein Sprecher des Uni-Klinikums. Die Bestattung sei für den 12. April auf dem Gertraudenfriedhof in Halle geplant.

Die Kinderkörper waren zuvor in der Anatomie untersucht worden. Alle Kinder stammten aus Halle und waren nach ihrem Tod damals offiziell in die Anatomie gebracht worden.

Nach früheren Angaben stammten die Kinder wohl aus der Unterschicht. Von den 74 erhaltenen Körpern waren mehr als 60 Kinder Früh- oder Totgeborene. 30 Leichen wurden im Computertomografen untersucht. Die Ergebnisse zeigten, dass die Kinder unter anderem an Lungenentzündungen, Fehlbildungen des Hirns und des Skeletts und an damals noch nicht behandelbaren Infektionskrankheiten gestorben sind.

Es habe zwei Nachfragen potenzieller Angehöriger gegeben, sagte der Sprecher. Diese hätten aber ins Leere geführt.

Zu der damaligen Zeit wurden verstorbene Kinder, insbesondere von Eltern aus der Unterschicht oder von unverheirateten Frauen, von den Hebammen und Geburtshelfern in die Anatomie gebracht.