Die Uniklinik Magdeburg rechnet für 2019 mit einem Defizit von 27 Millionen Euro. Die Gründe reichen von jahrelanger Unterfinanzierung durch das Land Sachsen-Anhalt bis zu hausgemachten Fehlern – soweit, so bekannt. Dokumente legen jetzt allerdings auch einen fragwürdigen Anteil mancher Krankenkasse nahe. Es geht um die Frage: Haben sich die Kassen gezielt eines Gutachtens des in ihrem Auftrag handelnden Medizinischen Dienstes (MDK) bedient, um Klinik-Abrechnungen anzufechten und sich so Hunderttausende Euro zurückholen zu können? Die Kassen weisen das erwartungsgemäß von sich.

Klinik-Prüfungen sichern Qualität und dienen dem Patientenwohl. Wenn, wie im Fall der Uni-Kinderkrebsklinik, bei sonst tadellosem Zeugnis aber allein eine dünn besetzte Nachtschicht zur Begründung für eine Totalrückforderung wird, ist das unanständig. Der Vorgang ist kein Einzelfall. Gesundheitsminister Jens Spahn (CDU) hat Handlungsbedarf erkannt. Er will den MDK unabhängiger von den Kassen aufstellen. Gut so.