Magdeburg / Erfurt l Das Erfurter Landgericht hat am Montag nach zwei Vergewaltigungen in der Thüringer Landeshauptstadt einen 35-jährigen Mann aus Burg bei Magdeburg zu zwölfeinhalb Jahren Haft mit anschließender Sicherungsverwahrung verurteilt. Wie der Sprecher des Erfurter Landgerichtes Burkhard Keske weiter bestätigte, sprach das Gericht einem Opfer noch 50.000 Euro Schmerzensgeld zu.

Der gebürtige Burger war Mitte 2018 aus der Justizvollzugsansalt Burg-Madel nach dem Verbüßen einer Freiheitsstrafe von neun Jahren und sechs Monaten entlassen worden. Er hatte im Dezember 2008 eine 24 Jahre alte Frau in Magdeburg überfallen und vergewaltigt. Dafür wurde er im Jahr 2009 verurteilt, hatte aber schon zu diesem Zeitpunkt bereits eine Haftstrafe abgesessen und war wegen Vergewaltigungsdelikten bekannt.  

Bei seiner Haftentlassung 2018 hatte er den Wunsch geäußert, nach Thüringen ziehen zu wollen. Er wurde im Landeskriminalamt in der "Haftentlassenen Auskunftsdatei Sexualstraftäter" gelistet, eine von der Thüringer Polizei beantragte elektronische Fußfessel wegen eines hohen Rückfallrisikos erhielt er aber nicht. Die zuständige Vollstreckungskammer hatte zwar Auflagen wie die Zuweisung eines Bewährungshelfers und Meldepflichten erteilt, die Überwachung aber abgelehnt. Das Gericht in Stendal habe die "notwendige präventive Wirkung" nicht gesehen, sagte damals ein Sprecher der zuständigen Staatsanwaltschaft nach der erneuten Festnahme im Oktober 2018.