Magdeburg l Sachsen-Anhalts früherer AfD-Landeschef, André Poggenburg, wird Vorsitzender eines neuen Vereins im politisch rechtsnationalen Spektrum mit bundesweiten Ambitionen. Die Gruppierung mit Namen „Aufbruch Deutschland 2020“ erklärte am 12. Januar ihre Gründung.

Rahmen war der Neujahrsempfang der Gruppierung „Aufbruch Leverkusen“. Die wiederum war aus „Pro NRW“ hervorgegangen, einer Kleinpartei, die sich erst im März aufgelöst hatte. Der Verfassungsschutz hatte „Pro NRW“ früher als rassistisch eingestuft. Der Ex-Vorsitzende von „Pro NRW“, der Jurist und Rechtsaußen Markus Beisicht, soll einer von zwei Vize-Chefs im Verein werden.

Bereits bei der Auflösung von „Pro NRW“ hatte dessen Vorstand den Mitgliedern die Zusammenarbeit mit Poggenburg und dessen damaliger Partei „Aufbruch deutscher Patrioten“ empfohlen. Der neue Verein soll laut Poggenburg Bürger zusammenbringen, die „soziale und nationale Überzeugungen“ vertreten. Er solle dabei die Form einer „patriotischen außerparlamentarischen Opposition (APO)“ annehmen, die als Dachorganisation lokale Initiativen vernetzen soll.

Damit trage man einer neuen Parteienverdrossenheit Rechnung, so Poggenburg. Ziel seien Hunderte bis Tausende neue Mitglieder in den nächsten Monaten. Am Gründungstreffen nahm auch die Ex-AfD-Landeschefin von Schleswig-Holstein, Doris von Sayn-Wittgenstein teil, die wegen Werbung für einen rechtsextremen Verein aus der AfD ausgeschlossen worden war. Eine Anfrage zu einer möglichen Mitarbeit ließ sie gestern unbeantwortet.

Für Poggenburg ist die Neugründung ein weiterer Aufbruch. 2016 zog die AfD mit ihm als Spitzenkandidat mit 23,4 Prozent in den Landtag ein. Reden mit Nazi-Vokabular sowie ein Zerwürfnis mit Fraktion und Bundesvorstand führten zum Austritt aus der AfD. 2019 gründete Poggenburg die Partei „Aufbruch deutscher Patrioten“. Er scheiterte aber mit dem Ziel, in den sächsischen Landtag einzuziehen. Derzeit ist Poggenburg fraktionsloser Abgeordneter im Magdeburger Landtag.