Magdeburg l Sachsen-Anhalt hat den Prozess gegen seinen Ex-Fondsmanager Johannes von der Osten verloren. Das Land wurde am Dienstag vom Landgericht Magdeburg dazu verurteilt, 5,5 Millionen Euro plus Zinsen an von der Osten und seine Firma "Goodvent" zu zahlen. Insgesamt sind das etwa 8 Millionen Euro.

Zusätzlich muss Sachsen-Anhalt für sämtliche Prozess- und Anwaltskosten aufkommen. Diese belaufen sich auf knapp eine Million Euro. In Summe kommen auf die Landeskasse etwa 9 Millionen Euro Kosten zu.

Private Beteiligung an geförderten Firmen

Sachsen-Anhalt hatte sich jahrelang mit Risikokapital an jungen, aufstrebenden Firmen beteiligt. Von der Osten und seine Firma Goodvent managten dies im Auftrag des Landes. Von der Osten war aber auch privat an einigen dieser Firmen beteiligt. So förderte er die Firmen und machte zudem auch privat Gewinne.

Die privaten Beteiligungen hatte Johannes von der Osten dem Land aber nicht offengelegt, was im Juli 2013 bekannt wurden. Daraufhin feuerte Sachsen-Anhalt seinen Manager am 25. Juli 2013.

Kurz zuvor war das Land mit von der Osten jedoch noch sehr zufrieden gewesen: Erst am 28. Juni 2013 hatte Sachsen-Anhalt den Vertrag um drei Jahre verlängert. Von der Osten hielt die Kündigung für rechtswidrig, denn er sah sich nicht verpflichtet, seine privaten Beteligungen an den Firmen offen zu legen.

Vergütungen eingeklagt

Goodvent klagte 2016 die entgangenen Vergütungen ein. Nach dreijähriger Prozessdauer gab das Gericht in Magdeburg von der Osten nun am Dienstag Recht.

Das Land wird voraussichtlich in Berufung gehen. Dann geht das Verfahren am Oberlandesgericht in Naumburg weiter.