Magdeburg l Die gute Nachricht vornweg: Die A 14 ist vom Betonkrebs geheilt. Dieses Jahr wird es zwischen Magdeburg und Halle keine großen Nadelöhre geben. Nur bei Bernburg gibt es kleinere Reparaturen. Anders sieht es auf der A 2 bei Magdeburg aus. Dort wird gerade die größte Autobahnbaustelle des Landes eingerichtet.

Risse in der Brücke

Betroffen ist die Fahrrichtung Hannover auf zwölf Kilometern Länge. Repariert werden muss die Elbe-Brücke. Der Stahl im Innern des Kolosses ist an mehr als 300 Stellen gerissen. Schweißen hilft nicht. Nun werden an diese Stelle Stahlgelenke geschraubt. Davon bekommen die Autofahrer nicht viel mit; die Arbeiter stecken im Bauch der Brücke unter der Fahrbahn. Oben wird die Piste aber von drei auf zwei Fahrspuren verengt. Das ist nötig, um die zu reparierenden Stellen zu entlasten.

Autobahn A 2

Ab Juni wird es dann richtig eng. Auf der sich anschließenden Strecke von Rothensee bis zum Autobahnkreuz (A 14) kommt der gut 20 Jahre alte Beton runter. Die Piste ist dicht. Der gesamte Verkehr muss dann auf die andere Seite (Fahrtrichtung Berlin) schwenken. Dort schleichen Autos und Laster auf vier verengten Spuren: Es gibt jeweils zwei für die Richtungen Hannover und Berlin. Stau- und Unfallgefahr sind trotz vieler Warnschilder erfahrungsgemäß groß. Kracht es in der Baustelle, wälzt sich die Blechlawine über die Bundesstraße 1 durch die Magdeburger Innenstadt. Das Verkehrsaufkommen ist groß. Hat sich das Wirtschaftsleben wieder einigermaßen stabilisiert, rollen bis zu 50 000 Pkw und 15 000 Lkw täglich über die A 2. Freie Bahn gibt es erst im Dezember. Bis dahin sollen – zusammen mit der Brücke – gut 20 Millionen Euro investiert werden.

Betonkrebs auf A 9

Auf der Autobahn A 9 hat der Betonkrebs die Fahrbahn an vielen Stellen zerbröselt. Durch fehlerhafte Kiese entwickelte sich die gefürchtete Alkali-Kieselsäure-Reaktion, in deren Folge ein Art Gel entsteht. Kommt Feuchtigkeit hinzu, schwill dieses an und reißt den Beton regelrecht auf. In Deutschland sind mehr als 1000 Kilometer betroffen. Der Schaden überstiegt eine Milliarde Euro. In Sachsen-Anhalt war gut ein Drittel aller Autobahnpisten befallen. Dieses Jahr wird ein fünf Kilometer langer Abschnitt zwischen Weißenfels und Naumburg (Richtung München) neu betoniert. Zudem werden vier Brücken instandgesetzt. Gebaut wird bis Dezember. Kosten: 23 Millionen Euro. Die Rastanlage Osterfeld kann über provisorische Spuren angesteuert werden. Aber auch dort sind Bautrupps aktiv. Der Parkplätze für Lkw und Pkw werden erneuert und erweitert.

Neue Autobahn, alter Asphalt

Seit gut einem Jahr ist die vierspurige Schnellstraße durch den Nordharz zur Autobahn hochgestuft. In den nächsten Tagen werden die ersten blauen Schilder montiert. Die gelben Schilder der einstigen Bundesstraße 6 verschwinden. Der Asphalt, an etlichen Stellen 20 Jahre alt, muss ebenfalls ausgewechselt werden. Auf zwei Baustellen müssen sich Autofahrer einstellen. Bis Juli ist ein drei Kilometer langes Stück bei Wernigerode an der Reihe. Zwischen Aschersleben und Hoym dauert es bis September. Der Verkehr rollt dann in engeren Spuren komplett auf der Gegenfahrbahn.

Auf der Südharzautobahn A 38 wird bei Merseburg rissiger Beton durch Asphalt ersetzt. Der Anschluss Merseburg-Nord bleibt daher von Mai bis Juli gesperrt.

Kein Anschluss

Erneuert werden dieses Jahr acht Autobahnanschlüsse. Diese sind gesperrt, Autofahrer müssen die nächste Auffahrt nehmen. Betroffen sind unter anderem Magdeburg-Kannenstieg, Bornstedt und Lostau ( A 2) sowie Dahlenwarsleben und Staßfurt (A 14).

Freigabe von A-14-Stück im Herbst

Gut 72 Millionen Euro stehen für Sachsen-Anhalts Autobahnsanierung bereit. „Bislang laufen die Bauarbeiten trotz Corona-Krise ohne größere Störungen“, sagt Uwe Langkammer, Chef der Landesstraßenbaubehörde. Das gilt auch für neue Autobahnen. Der Bau der A 14 zwischen Magdeburg und Schwerin geht bislang planmäßig voran. Da der Winter mild war, gab es so gut wie keine Untrerbrechungen. Auf dem Abschnitt zwischen Colbitz und Tangerhütte soll wie geplant ab Oktober der Verkehr rollen.