Dessau-Roßlau l Der mutmaßliche Vergewaltiger eines neunjährigen Mädchens steht ab 16. August vor Gericht, teilte das Landgericht Dessau-Roßlau am Montag mit.

Die Staatsanwaltschaft wirft dem 27-Jährigen schweren sexuellen Missbrauch von Kindern in Tateinheit mit Vergewaltigung und Körperverletzung vor. Die Tat soll sich am 9. Juni dieses Jahres auf den Elbwiesen in Roßlau ereignet haben. Der Nigerianer habe das Kind auf eine ungemähte Rasenfläche gedrängt und entkleidet.

Spaziergänger hatten gegen 10.30 Uhr Hilfeschreie gehört und waren in Richtung der Rufe gelaufen. Genau in diesem Moment hatte sich das Mädchen aus den Fängen des Täters befreien können. Der Mann flüchtete mit einem blauen Moutainbike Richtung Roßlauer Wasserburg.

Suche nach dem Täter

Eine Großfahndung der Polizei, an der auch ein Hubschrauber beteiligt war, begann. Und auch Anwohner beteiligten sich an der Tätersuche. Gegen 13.45 Uhr konnte der Verdächtige durch zwei Zeugen gestellt und überwältigt werden. Die Männer hielten ihn fest, bis die Polizei kam.

In seinem Rucksack hatte der 27-Jährige laut Polizei ein Butterflymesser. Deshalb muss er sich auch wegen des Verstoßes gegen das Waffengesetz verantworten. Der Nigerianer sitzt seit dem Tattag in Untersuchungshaft. Der Angeklagte soll unter den Zuständigkeitsbereich der Ausländerbehörde des Landkreises Wittenberg fallen.  Nach Presseinformationen habe der Mann eine Aufenthaltsduldung gehabt, die bis Mitte Juni gültig war.

Nachdem der Fall bekannt geworden war, hatte es in Roßlau Demonstrationen gegeben. Unter den Teilnehmern waren auch Personen aus dem rechten Spektrum. Das Gericht wies darauf hin, dass die mit größtmöglicher Beschleunigung geführten Ermittlungen schon nach drei Wochen abgeschlossen gewesen seien. Für den Prozess sind vorerst acht Verhandlungstermine bis Mitte September angesetzt.