Stendal (dpa/tw) l Mehr als eineinhalb Jahre nach dem Verschwinden der kleinen Inga aus Schönebeck hat die Polizei die Ermittlungsakten an die Staatsanwaltschaft übergeben. In den kommenden Monaten werde über das weitere Verfahren in dem Vermisstenfall entschieden, sagte ein Sprecher der Staatsanwaltschaft Stendal am Montag auf Nachfrage.

Es seien 16 Kartons mit 150 Bänden Akten zu sichten. Trotz intensiver Fahndung und fast 2000 Zeugenhinweisen konnte die Polizei bisher keine Spur zu dem kleinen Mädchen finden. Auch eine vorläufige Einstellung der Ermittlungen ist daher denkbar. Inga war Anfang Mai 2015 im Alter von fünf Jahren bei einem Ausflug in der Nähe von Stendal in einem Waldstück spurlos verschwunden.

Unterdessen berichtet die "Bild"-Zeitung, dass bei Ermittlungen zu einem Kinderporno-Ring in Berlin die Wohnung eines Pädophilen gestürmt und dort Sexpuppen gefunden wurden, die kleinen Mädchen nachempfunden sind. Zudem hätten die LKA-Fahnder auch Pornos und Werkzeuge zum Fesseln und Knebeln entdeckt. Der Verdächtige stammt demnach aus Stendal, unweit von Wilhelmshof, wo Inga verschwunden war. Zudem soll der 35-Jährige ein Haus in Bitterfeld besitzen.

Doch bisher gebe es keine neue Spur zu Inga. "Leider hat der Einsatz unseren wichtigsten Vermisstenfall nicht gelöst", zitiert die "Bild"-Zeitung eine Polizeisprecherin.