Magdeburg (rk) l Bei dem deutschen Sozialprojekt „Maramures“ in Rumänien soll es zu schweren Misshandlungen gekommen sein. Das teilte die Staatsanwaltschaft in Bukarest am Donnerstag mit. Vier Personen wurden festgenommen, unter anderem auch der Dessauer Bert S.. Das bestätigte Christian Bota, ein Mitarbeiter des Projekts, gegenüber der Volksstimme. Demnach säße S. zusammen mit drei anderen Mitarbeitern in Baia Mare in Haft. Fünf Kinder seien in die Obhut des Kinderschutzamts überstellt worden.

In dem Projekt werden auch zwei Jugendliche aus dem Saalekreis betreut, die "aber nicht von den Vorwürfen betroffen sind", so Andreas Pinkert, Sprecher des Sozialministeriums. Demnach habe das Landesjugendamt Kontakt mit dem Träger aufgenommen. Ein dritter Jugendlicher aus dem Salzlandkreis lebe ebenfalls in dem Projekt. Nähere Informationen dazu stehen noch aus.

"Das Projekt „Maramures" wurde unserem Haus erst auf Nachfrage beim Landesjugendamt bekannt", so Pinkert. Auf Landesebene erfolge an diesem Projekt in keiner Form eine Beteiligung. "Denn am jeweiligen Aufenthaltsort von Jugendlichen entscheidet das örtliche Jugendamt über eine Projekt-Teilnahme und ermöglicht dessen Finanzierung in eigener Zuständigkeit."

Zusammen mit seiner Frau Babett initiierte S. das Projekt 2002. Es ist „spezialisiert auf Hilfen zur Erziehung für junge Menschen mit wesentlichen sozialen und emotionalen Entwicklungsdefiziten“, so die Beschreibung auf der Webseite. S. war am Donnerstagabend in Baia Mare, um ihren Mann zu besuchen. Bota bestätigte, dass die ausschließlich aus Deutschland stammenden Jugendlichen allesamt von Jugendämtern vermittelt worden sind.

Nahrungsentzug, Isolationshaft, Gewalt: Die Vorwürfe der Ermittler wiegen schwer. „Das ist alles eine Lüge“, sagte Bota, der seit rund drei Monaten im Projekt tätig ist.