Arendsee l Eltern in Arendsee sind schockiert. Ein Zehnjähriger hat am Montag scharfe Munition von Zuhause in die Grundschule „Auf Zack“ mitgenommen. Dort zeigte er die Patronen heimlich seinen Mitschülern. Als Eltern der Jungen und Mädchen davon erfuhren, informierten sie die Polizei. Die rückte sofort gemeinsam mit Mitarbeitern der Unteren Waffenbehörde des Altmarkkreises zum Elternhaus des Jungen aus. Dort fanden sie in der Wohnung zwei Waffen und Munition unverschlossen vor.

Es handelt sich um legale Waffen. Der Eigentümer verfügt über eine Waffenbesitzkarte. Insgesamt wurden fünf Langwaffen, eine Kurzwaffe sowie die dazugehörige Munition sichergestellt und von der Behörde eingezogen. Auch seinen Waffenschein musste der Mann, der nach Volksstimme-Informationen Jäger ist, abgeben, erklärt der im Kreis zuständige Dezernent Hans Thiele.

Ermittlungen gegen Waffenbesitzer

Ob der Mann seine Waffen zurückbekommt, sei derzeit noch ungewiss. Die Polizei ermittelt gegen den Waffenbesitzer wegen einer Straftat. Gegenstand der Ermittlungen ist ein Verstoß gegen das Waffengesetz, informiert der Sprecher des Polizeireviers Altmarkkreis Salzwedel, Frank Semisch.

Weil das Kind Zugang zur Munition und den Gewehren hatte, bestünden erhebliche Zweifel an der Zuverlässigkeit des Eigentümers. Ob letzendlich nur eine Ordnungswidrigkeit vorliegt, entscheidet nun die Staatsanwaltschaft.

Schusswaffen sind in jedem Fall ungeladen in einem verschlossenen Sicherheitsbehältnis und getrennt von Munition aufzubewahren. So schreibt es das Waffengesetz vor, das erst 2017 noch einmal verschärft wurde. Für Kurz- und Langwaffen ist das ein Waffenschrank aus Stahlblech. Der Schlüssel muss so gelagert werden, dass er für Dritte und gerade für Kinder unerreichbar ist, sagt der Dezernent.