Quedlinburg l Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) ist am Sonnabend zu ihrem ersten großen Wahlkampfauftritt in Sachsen-Anhalt gekommen. Die Veranstaltung im Harz vor etwa 3000 Zuhörern wurde von lautstarken Protesten der AfD begleitet. Merkel sagte dazu: "Manche glauben, dass sie die Probleme der Menschen in Deutschland mit Schreien bekämpfen und lösen können. Ich glaube das nicht."

In ihrer Rede sagte sie sie mit Blick auf die Dieselaffäre, es gebe eine "sehr kritische Diskussion". Aber auch: "Die Automobilindustrie ist ein ganz wichtiger Eckpfeiler des deutschen Wohlstands. Dort arbeiten 900.000 Menschen, und ich will, dass das auch so bleibt." Einige hätten Fehler gemacht, die sie jetzt wieder gutmachen müssten. Die Autoindustrie müsse ein starkes Stück Deutschland bleiben. Vehement sprach sie sich gegen Fahrverbote für Dieselfahrzeuge aus.

Schwerpunkt: Familie

Merkel, die auch CDU-Bundesvorsitzende ist, sagte, die Union setze einen Schwerpunkt auf Familien mit Kindern. "Jede Familie soll mehr Geld in der Tasche haben als heute", sagte sie. Sie versprach zudem, den ländlichen Raum zu stärken und dort gleichwertige Lebensverhältnisse wie in den Städten zu schaffen.

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Beim Thema innere Sicherheit hob die Kanzlerin hervor, dass Wohnungseinbrüche jetzt stärker bestraft würden. "Wir müssen die Opfer besser schützen als die Täter", sagte sie. "Da gibt es noch viel zu tun."

In der Flüchtlingsfrage erneuerte Merkel ihre Aussage, dass sich ein Jahr wie 2015 nicht wiederholen dürfe. Die Ursachen von Flucht und Vertreibung müssten vor Ort bekämpft werden. "Das ist die Aufgabe für die nächsten Jahre."

Den SPD-Kanzlerkandidaten Martin Schulz erwähnte Merkel mit keinem Wort. Schulz wird Montagnachmittag zu einer Wahlkampfkundgebung in Magdeburg erwartet. Merkel wird am 29. August in Bitterfeld-Wolfen ihren zweiten Wahlkampfauftritt in Sachsen-Anhalt haben.