Der Vorstoß der CDU zur Änderung des Nationalparkgesetzes ist auf den ersten Blick nachvollziehbar: Angesichts der kranken Wälder im Harz blutet vielen Einheimischen und Touristen derzeit doch ziemlich das Herz. Da muss die Frage erlaubt sein: Ist es richtig, ganze Quadratkilometer unlängst kerngesunder Fichtenbestände einfach sterben zu lassen? Oder werden die Wälder hier ohne Not überzogenen Prinzipien geopfert?

Fest steht: Ganz ohne Eingriffe agiert der Nationalpark schon jetzt nicht: So pflanzt er Buchen, an der Grenze zum Wirtschaftswald beräumt er seine Bestände von kranken Bäumen. Überlegungen zu weitergehenden Eingriffen sind da nicht abwegig. Richtig ist aber auch: Die Pläne der CDU sind auch ein wenig populistisch. Der Borkenkäfer ist längst überall im Land, die Ausbreitung durch ein Eingreifen im Harz nicht abzuwenden. Gesetzesänderungen sind zudem mit Niedersachsen abzustimmen. Der Vorstoß ist daher vor allem auch als Signal an die Wähler zu verstehen.