Erfurt/Magdeburg (dpa) l In mehreren evangelischen Kirchengemeinden in Thüringen und Sachsen-Anhalt verbringen Geflüchtete das Weihnachtsfest im Kirchenasyl. In der Evangelischen Kirche Mitteldeutschland (EKM) haben derzeit 16 Menschen Schutz gefunden, wie die EKM auf Anfrage mitteilte. Darunter sind zwei Familien mit insgesamt vier Kindern. In der deutlich kleineren Evangelischen Landeskirche Anhalts sind aktuell keine Fälle von Kirchenasyl bekannt.

Das katholische Bistum Magdeburg hatte in diesem Jahr einen Fall von Kirchenasyl, wie eine Sprecherin mitteilte. Es habe sich um eine Familie mit zwei erwachsenen Söhnen und einem schulpflichtigen Kind gehandelt. Das Kirchenasyl sei nach etwa neun Monaten im November beendet worden.

Die Schutzsuchenden wollen erreichen, dass ihr Asylverfahren in Deutschland geführt wird und sie nicht in jene EU-Länder zurückgebracht werden, in denen sie auf ihrer Flucht zuerst ankamen. Nach den geltenden Regelungen ist das EU-Land für das Asylverfahren zuständig, in dem die Geflüchteten zuerst ankamen. Oft hätten die Menschen dort auf ihrer Flucht aber Leid und Gewalt erlebt, sagte die EKM-Migrationsbeauftragte Cordula Haase.

Andere fürchteten, von den Ankunftsländern zurück in ihre Heimat abgeschoben und dort als Christen verfolgt zu werden. Der evangelische Landesbischof Friedrich Kramer betonte, Kirchen seien als heilige Orte ebenso wie Synagogen und Moscheen Schutzorte, in denen ein Asylrecht bestehe.