Weniger Minijobber wegen Corona: Gastgewerbe stark betroffen

Halle (dpa/sa) - In Sachsen-Anhalt gibt es weniger Minijobber. Zwischen Juni 2019 und Juni 2020 sei die Zahl der geringfügig Beschäftigten um 6,6 Prozent zurückgegangen, teilte die Bundesagentur für Arbeit in Halle am Dienstag mit. Grund sei die Corona-Pandemie. Vor allem das Gastgewerbe ist demnach stark betroffen. Dort sank die Zahl der Minijobs innerhalb eines Jahres von etwa 15 300 auf knapp 12 680. Insgesamt seien im Juni 2020 in Sachsen-Anhalt 100 114 Menschen geringfügig beschäftigt gewesen. 55 Prozent davon waren Frauen.

"Weil Minijobber von der Arbeitslosenversicherung befreit sind, haben sie weder Anspruch auf Kurzarbeitergeld noch auf Arbeitslosengeld", sagte Markus Behrens, Geschäftsführer der Regionaldirektion Sachsen-Anhalt-Thüringen der Arbeitsagentur, laut Mitteilung. Deswegen sei vielen Minijobbern gekündigt worden. Zwischen Juni 2018 und Juni 2019 hatte die Zahl der Minijobs in Sachsen-Anhalt hingegen leicht um 0,2 Prozent zugelegt, hieß es.

Als Unterstützung für das stark von der Corona-Pandemie betroffene Gastgewerbe forderte die Gewerkschaft Nahrung-Genuss-Gaststätten (NGG) ein Mindest-Kurzarbeitergeld von 1200 Euro. Der aktuelle Lockdown habe ähnlich starke Auswirkungen wie der erste im vergangenen Frühjahr. Damals hatten in Halle 67, in Magdeburg 69 Prozent der gastgewerblichen Betriebe Kurzarbeit angemeldet.

Die Industrie- und Handelskammer Halle-Dessau sprach sich unter anderem für die Gastronomie für klare Perspektiven zur Öffnung aus und schlug beispielsweise betriebliche Teststrategien vor. "Warum soll nicht öffnen dürfen, wer Schnelltests für Kunden organisiert und die Nachverfolgung bei erwiesenen Infektionen sicherstellt?", sagte IHK-Präsident Steffen Keitel laut Mitteilung am Dienstag.

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Mitteilung der Arbeitsagentur