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Wetter aktuellBis zu 36 Grad: DWD gibt Hitzewarnung für Sachsen-Anhalt heraus

Das Wochenende in Sachsen-Anhalt ist heiß. Nach dem Sturm zur Mitte der Woche rollt nun eine Hitzewelle übers Land. Vor allem am Sonntag muss mit starker Hitze gerechnet werden.

Von Stephan Lohse Aktualisiert: 09.07.2023, 16:57
Am Wochenende rollt eine Hitzwelle auf Sachsen-Anhalt zu. 
Am Wochenende rollt eine Hitzwelle auf Sachsen-Anhalt zu.  (Foto: IMAGO / Panama Pictures)

Magdeburg/Halle (Saale)/DUR – Sachsen-Anhalt muss sich am ersten hitzigen Wochenende dieses Sommers auf Temperaturen von bis zu 36 Grad Celsius einstellen.

Laut Deutschen Wetterdienst (DWD) in Leipzig weht der Wind nur schwach, und auch nachts gibt es nur begrenzte Abkühlung auf 15 bis 19 Grad.

Der DWD hat am Samstagmittag eine offizielle Hitzewarnung für ganz Sachsen-Anhalt herausgegeben, die am Sonntag von 11 bis 19 Uhr gilt. Es wurde darauf hingewiesen, dass die Hitze zu einer Vielzahl von Gesundheitsproblemen führen kann.

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Besonders gefährdet sind ältere Menschen, chronisch Kranke und kleine Kinder. Der DWD empfiehlt, die Hitze zu meiden, die Wohnung und den Körper kühl zu halten und ausreichend Flüssigkeit zu sich zu nehmen.

Das Sommerwetter bleibt bis zur Wochenmitte weiterhin wechselhaft. Obwohl die Temperaturen zurückgehen, können sich Schauer und teilweise starke Gewitter bilden, vor allem in der zweiten Hälfte des Dienstags. Gegen Ende der Woche beruhigt sich das Wetter jedoch bei angenehmen Temperaturen um die 25 Grad Celsius, so die Prognose.

Laut DWD sind das Hoch "Evi" und das Tief "Quentin" für die heiße Hitzewelle am Wochenende verantwortlich. Zwischen ihnen hat sich eine südliche Strömung entwickelt, die eine heiße und zunehmend feuchte Luftmasse nach Deutschland bringt, was zu schwülen Bedingungen führt.

Die ersten Tage der Sommerferien bleiben in Sachsen-Anhalt heiß. Der DWD erwartet in der kommenden Woche regelmäßig Werte zwischen 25 und 30 Grad. Die Chance auf Regen ist nur gering.

Aussichten für Montag

Am Montag gibt es anfangs viele Wolken nach Nordosten abziehende Schauer und Gewitter, dann bleibt meist trocken. Nur östlich der Elbe werden ab dem Nachmittag Schauer und Gewitter erwartet. Die Temperaturen steigen auf bis zu 30 Grad Celsius, im Harz 23 bis 27 Grad Celsius. Es weht ein mäßiger Nordwestwind.

In der Nacht zum Dienstag ist es gering bewölkt. Die Temperaturen gehen auf 17 bis 12 Grad Celsius zurück.

Das Wetter in Sachsen-Anhalt am Dienstag

Am Dienstag wird ein freundlicher Mix aus Sonne und Wolken erwartet. Es wird größtenteils trocken bleiben. Die Temperaturen steigen auf 32 bis 35 Grad, im Harz auf 25 bis 32 Grad. Der Wind weht schwach bis mäßig aus Südost und dreht später auf West.

In der Nacht zum Mittwoch ziehen viele Wolken auf und es gibt vereinzelt Schauer und Gewitter. Abseits davon wird der Wind schwach aus West wehen. Die Temperaturen sinken auf 19 bis 15 Grad.

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Abkühlung bei Hitze: Diese Badestellen in Sachsen-Anhalt sind echte Geheimtipps

Bei steigenden Temperaturen sehnen sich viele Menschen nach Abkühlung. Gerade an heißen Tagen kann es an den großen Badegewässern dann ganz schön voll werden. Es gibt aber auch ruhigere Badestellen in Sachsen-Anhalt, die fern ab von den gängigen und meist überlaufenen Stränden liegen. Eine kleine Auswahl unserer Redaktionen.

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Sachsen-Anhalt: Was waren die höchsten im Land gemessenen Temperaturen?

Der Höchstwert, seit Beginn der Wetteraufzeichnungen in Sachsen-Anhalt, der je gemessen wurde, lag bei 39,5 Grad Celsius. Der Rekord wurde am 31. Juli 2018 in Bernburg im Salzlandkreis gemssen.

Weitere Städte in Sachsen-Anhalt, in denen Rekordwerte registriert wurden sind Zeitz, Gardelegen und Seehausen in der Altmark.

Datum
Ort der Messung
Höchstwert
31.07.2018
Bernburg (Salzlandkreis)
39,5 Grad Celsius
13.08.2003
Zeitz (Burgenlandkreis)
39,0 Grad Celsius
20.07.2006
Bernburg (Salzlandkreis)
38,9 Grad Celsius
04.07.2015
Gardelegen (Altmarkkreis Salzwedel)
38,8 Grad Celsius
04.07.2015
Seehausen (Altmark)
38,8 Grad Celsius

Bernburg ist auffallend häufig unter den Orten mit den Höchsttemperaturen, was mit der besonderen geografischen Lage der Stadt im Regenschatten des Harzes begründet wird. 

Hitzefrei: Ab wann gibt es schulfrei?

Je höher die Temperaturen im Sommer klettern, umso mehr sinken Konzentration und Leistungfähigkeit der Menschen. Vor allem Kinder und ältere Menschen leiden unter der Hitze. Schüler können unter bestimmten Bedingung bei großer Hitze auf verkürzten Unterricht oder gar auf hitzefrei hoffen.

Als Richtlinine gilt dabei eine Temperatur von 27 Grad Celsius. Wird bis 11 Uhr vormittags in einem repräsentativen Unterrichtsraum die Temperatur überschritten, kann die Schulleitung verkürzten Unterricht anordnen oder Unterricht ganz entfallen lassen. Allerdings gibt es in Deutschland kein bundesweit gültiges Hitzefreigesetz. Die Entscheidungshoheit liegt bei den Kultusministerien der einzelnen Bundesländer. Welche Regeln in Sachsen-Anhalt gelten erfahren sie hier. Aktuell ist die Frage aber nur theoretischer Natur: In Sachsen-Anhalt sind Sommerferien.

Hitze in der Mietwohnung - was darf ich und was nicht?

Grundsätzlich gilt: Hitze in der Wohung ist in aller Regel kein Mietmangel. Die Miete kann also nicht gemindert werden, nur weil es in den eigenen vier Wänden zu warm wird.

Steigt die Raumtemperatur in der Mietwohnung aber tagelang deutlich über 26 Grad Celsius an und kann diese Hitze nicht durch zumutbare Maßnahmen reduziert werden, kann dies ein Hinweis auf einen Mangel sein, der Vermieter zu Gegenmaßnahmen verpflichtet. Gerichte haben hier bislang aber nicht eindeutig geurteilt.

Im Normalfall haben Mieter also keinen Anspruch auf einen Sonneschutz wie Rollos, Jalousien oder Klimageräte. Wer seine Wohung selbst gegen Hitze schützen will und dabei in den baulichen Zustand der Wohnung eingreift, benötigt dafür das Einverständnis des Vermieters, so der Deutsche Miterbund.

Große Hitze am Arbeitsplatz: Muss der Arbeitgeber für eine Klimaanlage sorgen?

Auch berufstätige Erwachsene leiden bei großer Hitze unter Konzentrationsschwäche und körperlichen Leistungseinbußen. Eine generelle Hitzefrei-Regel gibt es aber für Arbeitgeber nicht. Wichtig sind Arbeitsschutzrecht und Fürsorgepflicht des Arbeitgebers, so die IHK München. Demnach sind gesundheitliche Beeinträchtigungen zu vermeiden. Was grundsätzlich auch im Interesse des Arbeitgebers liegen dürfte.

In Arbeits- und Sozialräumen etwa, sollte die Lufttemperatur 26 Grad Celsius nicht übersteigen. Wird etwa in Büroräumen die 30-Grad-Marke erreicht, muss der Arbeitgeber geeignete Maßnahmen ergreifen, damit es es Mitarbeitern weiterhin gut geht. Das kann unter anderem das Angebot von Getränken und der Einsatz von Rollos, Jalousien und Ventilatoren sein. Eine Verpflichtung zum Einbau von Kilmaanlagen gibt es jedoch nicht.

Liegen die Temperaturen am Arbeitsplatz über 35 Grad, ist dieser  laut Arbeitsstättenrichtlinie (ASR) ohne besondere Maßnahmen nicht mehr als Arbeitsplatz geeignet. Dann sollten zum Beispiel Pausen in kühleren Räumen möglich gemacht werden.

Verordnet sich der Arbeitnehmer  selbst "hitzefrei", wäre das ein Verstoß gegen den Arbeitsvertrag. Der Arbeitgeber könnte dann Abmahnen und im Wiederholungsfall auch Kündigungen.

Gesundheitliche Probleme durch Hitze: Wer sollte besonders aufpassen?

Lang andauernde Hitze kann das körpereigene Kühlsystem des Menschen überlasten. Der Körper erhöht die Durchblutung erzeugt Schweiß, um zu kühlen. Empfindliche Menschen können dann schnell unter Kreislaufproblemen leiden. Weitere typische Symptome sind Kopfschmerzen, Erschöpfung und Benommenheit.

Bei großer Hitze besonders gefährdet sind ältere Menschen und Personen, die bereits gesundheitlich beeinträchtigt sind. Bei diesen Menschen ist die Wahrnehmung von Warnsignalen des Körpers teilweise eingeschränkt. So kann zum Besipiel das Durstgefühl abnehmen. Mit gefährlichen Folgen: Betroffene trinken zu wenig, wodurch sie deutlich schneller dehydrieren und sogar austrocknen können. Zudem schwitzen sie nicht mehr so stark - der Körper kann nicht abkühlen.

Weiterhin gehöre zur besondern Risikogruppe alle Menschen, die sich nicht selbstständig versorgen können: Dazu zählen Säuglinge, Kleinkinder, pflegebedürftige oder behinderte Menschen.