Magdeburg (dpa/muß/tn) l  Sachsen-Anhalt steht nach Angaben des Deutschen Wetterdienstes (DWD) ein Unwetter-Wochenende mit starkem Schneefall, teils extremen Verwehungen und gefrierendem Regen bevor. Die am Samstagmittag veröffentlichte Unwetterwarnung gelte zunächst voraussichtlich bis Sonntagabend (21.00 Uhr), teilte der DWD in Leipzig mit. Betroffen seien alle Regionen des Landes – vom Altmarkkreis Salzwedel im Norden bis zum Burgenlandkreis im Süden.

Bus- und Straßenbahnverkehr eingestellt

In Magdeburg ist am frühen Sonntagmorgen der Bus- und Straßenbahnverkehr eingestellt worden. Wie die Magdeburger Verkehrsbetriebe mitteilten, sei dies aufgrund von Schneeverwehungen nötig. Aktuell könne man noch keine Angaben machen, wann Busse und Bahnen wieder rollen. Auch zahlreiche Verbindungen der Deutschen Bahn fielen am Sonntagmorgen aus.

Ruhiger Start in den Sonntag

Am frühen Sonntagmorgen hat der Neuschnee auch die Landeshauptstadt erreicht. Binnen weniger Stunden zeigten sich alle wichtigen Verkehrsadern mit einer dichten Schneedecke bedeckt. Der Magdeburger Ring war teilweise nur mit Schrittgeschwindigkeit befahrbar. Die Menge des Neuschnees hielt sich bis sechs Uhr in Grenzen. So fielen in Rothensee beispielweise drei Zentimeter in drei Stunden. In Ottersleben waren es zum Teil bis zu sechs Zentimeter. Der Schneefall soll noch den ganzen Sonntag anhalten.

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Schnee breitet sich aus

"Es beginnt noch relativ ruhig, aber wir erwarten ein sehr turbulentes Wochenende", so ein Sprecher des Deutschen Wetterdienstes (DWD). Die Schneefälle breiten sich im Tagesverlauf von Süden kommend bis zur Mitte Sachsen-Anhalts aus. Im Norden halten sich die Schneefälle zunächst in Grenzen. Die Temperaturen sinken in den Frostbereich bei Tiefstwerten bis minus vier Grad.

Die Nacht auf Sonntag bringt im Süden 10 bis 20 Zentimeter Neuschnee. Im Norden soll es zwischen fünf und 10 Zentimeter Schnee geben. Ein stürmischer Ostwind führt vermehrt zu starken Schneeverwehungen auch in tieferen Lagen. Die Temperaturen sinken weiter mit Tiefstwerten zwischen minus 4 und minus 8 Grad.

Am Sonntag geht es ähnlich weiter. Es werden weitere 5 bis 15 Zentimeter Schnee erwartet. Besonders viel soll es im Harz schneien. Der Wind bleibt stürmisch. Die Temperaturen bleiben im Dauerfrostbereich mit Höchstwerten zwischen minus 3 und minus 7 Grad.

Warnung vor Harz-Besuch

Wegen der angekündigten Wetterextreme hat die Harzer Nationalparkverwaltung davor gewarnt, die Wälder zu betreten. Ein Waldbesuch könne am Wochenende lebensgefährlich werden, heißt es in einer im Internet veröffentlichen Warnmeldung. Es drohten nicht nur Gefahren durch abbrechende oder umstürzende Bäume, es könne auch zu Erfrierungen, Erschöpfung und Orientierungslosigkeit kommen. Außerdem seien vereiste Flächen unter dem Neuschnee nicht zu erkennen, hieß es. Die in Wernigerode ansässige Nationalparkverwaltung appellierte an die Harzbesucher, sich und andere nicht in Gefahr zu bringen.

Behinderungen auf der A2

Schnee und überfrierende Nässe sorgen seit dem Samstagmorgen (06.02.2021) für Behinderungen auf der Autobahn 2 zwischen Marienborn/Helmstedt und Irxleben. In beide Richtungen wurde deshalb die Höchstgeschwindigkeit auf 60 km/h herabgesetzt. Dennoch krachte am Vormittag ein Kleintransporter bei Alleringersleben in die Leitplanke. Wegen der Bergungsarbeiten musste die Fahrbahn in Richtung Berlin kurzzeitig gesperrt werden. Verletzt wurde niemand. Obwohl die Räumdienste bereits rund um die Uhr im Einsatz sind, hat sich besonders auf den Auf- und Abfahrten der A2 eine dicke Eisschicht gebildet. Und auch auf den Rasthöfen und Parkplätzen ist es gefährlich glatt. Gegen 08.00 Uhr wurde dies zwei Lkw-Fahrern zum Verhängnis. Sie stellten sich mit ihren Sattelzügen auf dem Eis quer und blockierten die Ausfahrt der Raststätte Marienborn/Süd. Es wird mit einer Verschärfung der schwierigen Wetterlage gerechnet. Wer kann, sollte die Autobahnen meiden.