Leipzig (dpa) l In Sachsen-Anhalt bleibt es ungemütlich: Wie der Deutsche Wetterdienst mitteilte, werden am Dienstag weiterhin Gewitter und Sturmböen erwartet, in Gewitternähe vereinzelt auch schwere Sturmböen. In der Nacht zum Mittwoch lässt der Wind mit starken bis stürmischen Böen etwas nach. Auf dem Brocken erreichen die Böen weiterhin Orkanstärke mit Windgeschwindigkeiten um die 120 Stundenkilometer.

Es bleibt bewölkt und verregnet. Teils ist mit Schneeregen, vereinzelt auch mit Graupelgewittern zu rechnen. Im Bergland kann zum Dienstagvormittag sogar noch etwas Neuschnee fallen. Die erwarteten Temperaturen liegen zwischen fünf und acht Grad, im Harz zwischen zwei und fünf Grad.

Indes wird nach Sturmtief Sabine in Sachsen-Anhalt weiter aufgeräumt. Umgestürzte Bäume und abgeknickte Bäume hatten Straßen und Schienen blockiert. Für Reisende und Pendler gilt es weiterhin, sich rechtzeitig über aktuell über Verbindungen, Einschränkungen und eventuelle Ausfälle im Zugverkehr zu informieren.

Die Harzer Schmalspurbahnen (HSB) sollen am Dienstag die Sturmschäden an der Strecke begutachten und schnellstmöglich den Betrieb wieder aufnehmen, wie ein Unternehmenssprecher sagte. Am Morgen (ab 7.00 Uhr) soll eine Diesellok samt Schneefräse, Kettensägen und Räumgeräten von Wernigerode aus in Richtung Brocken aufbrechen.

Auch das restliche Streckennetz soll erkundet werden. Wann die Schmalspurbahnen ihren Betrieb wieder aufnehmen können, ließ sich laut Sprecher nicht vorhersehen. Zum Vergleich: Nach heftigen Sturmtief "Friederike" Anfang 2018 hatte das HSB-Team gut 650 Bäume von den Gleisen entfernen müssen. Bei der Deutschen Bahn und dem Zugunternehmen Abellio war der Zugverkehr am Montag wieder angelaufen und rollte teils komplett wieder wie im Regionalverkehr, allerdings mit Verspätungen.

Die Nationalparkverwaltung Harz appellierte unterdessen eindringlich an die Vernunft der Menschen, die Wälder vorerst nicht zu betreten. "Es gibt viele andere Möglichkeiten, im Harz Urlaub zu machen, zum Beispiel entlang von großen Wiesen zu wandern oder Schaubergwerke zu besuchen", sagte ein Sprecher in Wernigerode. Die Ranger machte aber immer wieder die Erfahrung, dass trotz intensiver Warnungen vor Unwettern, Menschen die Gefahren im Wald unterschätzten.

Unter Umstände reiche sogar ein Windhauch aus und ein Baum stürze um, sagte er. Das sei dem Laien oftmals nicht bewusst, gerade bei Bäumen mit flachen Wurzeln wie Fichten. Die Trockenheit der vergangenen zwei Jahre trage auch dazu bei.