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Bombogenese verhindert Eiszeit Warum sibirische Kälte in Sachsen-Anhalt mit –20 Grad ausbleibt: Schnee kommt trotzdem

Extremkalte sibirisch Luft bleibt Sachsen-Anhalt vorerst erspart. Ein kräftiges Tiefdruckgebiet über Europa blockiert den Zustrom eisiger Luftmassen aus dem Osten. Dennoch zeigt sich der Winter mit Frost, glatten Straßen und Schnee von seiner kalten Seite.

Von Franziska Peinelt Aktualisiert: 26.01.2026, 08:51
Während Osteuropa unter eisigen Temperaturen leidet, bleibt die sibirische Kälte Sachsen-Anhalt erstmal erspart. Schnee gibt es trotzdem.
Während Osteuropa unter eisigen Temperaturen leidet, bleibt die sibirische Kälte Sachsen-Anhalt erstmal erspart. Schnee gibt es trotzdem. (Symbolfoto: dpa | Matthias Bein)

Magdeburg/Halle (Saale). – Extreme sibirische Kälte mit Temperaturen bis nahe minus 20 Grad bleibt Deutschland vorerst erspart. Verantwortlich dafür ist ein kräftiges Tiefdrucksystem, das sich über Europa befindet. 

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Dennoch zeigt sich der Winter in Sachsen-Anhalt von seiner kalten Seite, inklusive Schnee, der in der Nacht zu Montag die Straßen wieder weiß gefärbt hat.

Europa zwischen Eiszeit und Wetterpuffer

Während weite Teile Russlands aktuell unter klirrender Kälte mit Werten um –30 Grad leiden, verläuft die Entwicklung hierzulande deutlich moderater. Deutschland liegt derzeit zwischen mehreren mächtigen Druckgebilden.

Hochdruckzentren über Skandinavien und Russland sowie das Sturmtief Harry im Westen hielten einander in Schach. Dadurch blieb der direkte Zustrom sibirischer Eisluft blockiert. Meteorologen beobachten diese fragilen Entwicklungen genau, denn sie kann sich rasch verschieben.

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Besonders entscheidend ist ein sich rasend schnell vertiefendes Tiefdruckgebiet über der Biskaya, einer Bucht des Atlantischen Ozeans entlang der Nordküste Spaniens und der Westküste Frankreichs. In der Nacht zu Freitag fiel dort der Luftdruck innerhalb kurzer Zeit drastisch ab. Experten sprechen bei dem Phänomen von einer Bombogenese.

Die Folge: schwere Sturmböen und Sturmfluten an den Küsten von Frankreich und Spanien. Für Deutschland wirkt dieses System jedoch wie ein Schutzschild, da es den Vormarsch der sibirischen Ostkälte nach Westen zunächst verhindert.

Keine sibirische Kälte, dafür Schnee in Anmarsch

Statt eiskalte sibirische Luft aus Russland erreicht Deutschland aktuell nur mäßig kalte Luft. Ein deutliches Temperaturgefälle bleibt bestehen: Der Osten ist spürbar kälter als der Westen, bewegt sich aber weiterhin fernab der zweistelligen Minusgrade, die in Osteuropa herrschen.

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Winterlich bleibt es trotzdem. Es strömt kalte Luft aus dem Raum Grönland nach Süden. Diese erreicht zunächst den Mittelmeerraum, bevor sie über Italien und die Alpen nach Mitteleuropa gelenkt wird. Genau diese Route sorgte dafür, dass weite Teile Sachsen-Anhalts in der Nacht zu Montag eingeschneit wurden.

Wie es danach weitergeht, hängt stark von der Entwicklung des Tiefs über dem Atlantik ab. Entscheidend ist, wie intensiv es sich ausprägt und wie schnell es an Kraft verliert. Sollte der Einfluss nachlassen, könnte sich das Gleichgewicht verschieben. Der Weg für deutlich kältere Luft aus Russland wäre somit offen.