Magdeburg l Insgesamt 1,7 Kilogramm Müll produziert der Deutsche durchschnittlich am Tag. Die 31-jährige Magdeburgerin Sarah Werner kämpft dagegen und fängt dabei bei sich selbst an. Sie gehört der Zero-Waste-Bewegung an und versucht, selbst keinen Müll mehr zu produzieren. Sarah Werner plant außerdem derzeit die Eröffnung des ersten Unverpackt-Ladens in Magdeburg, in dem es nur lose Lebensmittel zu kaufen geben wird. Sie erklärt, wie man auch vor der Eröffnung ihres Ladens  in ein paar einfachen Schritten Müll sparen kann.

Müll beim Gemüsekauf vermeiden

Angefangen hat Sarah Werner bei Obst und Gemüse. „Alles, was es auch ohne Plastikverpackung gibt, kann man leicht ersetzen", erklärt sie. Die lose Ware legt sie bei Einkäufen im Supermarkt oder auf dem Wochenmarkt in mitgebrachte Körbe, Stofftüten oder Gemüsenetze.

Leider seien es oft vor allem Bio-Lebensmittel, die in Plastik eingepackt sind. Hierzu sagt die Zero-Waste-Anhängerin: „Manchmal lohnt es sich, bewusst auf Bio zu verzichten und auf möglichst regionale, unverpackte Produkte zurückzugreifen."

Bilder

Beim Kaffee auf Plastikbecher verzichten

Der tägliche Coffee to go war für die Magdeburgerin der nächste Schritt. „Egal, ob auf dem Weg zur Arbeit oder beim Gassigehen mit ihren Hunden: Der Coffee to go musste immer mit", beschreibt sie.

Um bei ihrer Angewohnheit nicht mehr täglich einen Plastikbecher mitzukaufen, der danach im Müll landet, hat sie sich einen wiederverwendbaren Kaffeebecher aus Porzellan angeschafft. Die Variante ist nicht nur umweltfreundlicher, sondern manchmal auch preiswerter. Sarah Werner berichtet: „In vielen Cafés gibt es mittlerweile Rabatt, wenn man den eigenen Becher mitbringt."

Zero-Waste im Badezimmer

Schwieriger wird der Verzicht auf Plastikverpackungen im Badezimmer. Sarah Werner hat hierfür eine gewöhnungsbedürftige Alternative. „Ich wasche mir meistens meine Haare mit Roggenmehl", sagt sie lachend. Das Mehl wird zusammen mit Wasser zu einer Paste gerührt und wie Shampoo ins Haar einmassiert.

Wer das zu ungewöhnlich findet, kann sich mit Olivenölseife die Haare waschen und somit auf Plastikmüll verzichten. Anstatt Duschgel in Plastikflaschen zu kaufen, greift Sarah Werner auf feste Seife zurück.

Brot und Aufstriche selber machen

Beim täglichen Gang zum Bäcker kann über das Jahr verteilt viel Müll anfallen. Anhänger der Zero-Waste-Bewegung, wie Sarah Werner nehmen deshalb entweder eine Stofftüte mit zum Bäcker oder machen ihr Brot selbst.

„Das Mehl dazu kann man am besten in Großpackungen aus Papier im Bioladen kaufen", sagt Sarah Werner. Auch die Aufstriche, die auf das Brot kommen, macht Sarah Werner selbst und spart somit Müll.

Kaffee, Tee und Getreide lose kaufen

Da es in Magdeburg noch keinen Unverpackt-Laden gibt, ist ein komplett müllfreies Leben noch sehr umständlich. „Kaffee und Tee kann man zum Beispiel lose bei Röstereien oder im Teeladen kaufen und seine eigenen Glasgefäße mitbringen", schlägt Sarah Werner vor.

Und für Lebensmittel wie Zucker oder Mehl, die es bisher noch nicht unverpackt in Magdeburg zu kaufen gibt, gilt generell: Lieber in Papier, als in Plastikverpackung kaufen.