Magdeburg (dpa/sa) - In Sachsen-Anhalt haben sich bisher rund 170 Landesbedienstete gemeldet, um die Gesundheitsämter bei der Bewältigung der Corona-Pandemie zu unterstützen. Davon kämen 97 aus den Finanzämtern, wie Finanzminister Michael Richter (CDU) am Mittwoch der Deutschen Presse-Agentur sagte. Sie seien über das gesamte Land verteilt, was von Vorteil sei, denn so müssten die Beschäftigten nicht weit anreisen. Laut Richter sollen sie vor allem bei Verwaltungsaufgaben aushelfen und beispielsweise Quarantäne-Anordnungen verfassen.

Der Landkreistag hatte vor knapp zwei Wochen um Unterstützung für die kommunalen Gesundheitsbehörden gebeten. Der Spitzenverband begründete das mit den vergleichsweise hohen Fallzahlen sowie den zusätzlichen Kontrollaufgaben durch den angeordneten Teil-Lockdown. In fast allen der 14 Kreise und kreisfreien Städte ist auch bereits die Bundeswehr im Einsatz, um zu helfen. Bisher meldeten die Kommunen bei der Regierung zudem den Bedarf für 115 Unterstützer aus der Landesverwaltung an, wie Ministerpräsident Reiner Haseloff (CDU) zuletzt sagte. Damit gibt es derzeit mehr Freiwillige als Helfer benötigt werden.

In Sachsen-Anhalt wie auch bundesweit gelten im gesamten November wieder verschärfte Corona-Regeln mit Kontaktbeschränkungen für alle. Übernachtungen von Touristen und Restaurantbesuche sind verboten, der Freizeit-, Kultur- und Sportbetrieb müssen größtenteils ruhen. So soll die Zahl der Neuinfektionen deutlich gesenkt werden, damit die Gesundheitsämter Kontaktketten wieder zuverlässig nachverfolgen und die Ausbreitung des Coronavirus eindämmen können. Bundesweit gilt ein Wert von 50 Fällen je 100 000 Einwohnern und Woche als Schwelle, ab der die Nachverfolgung nicht mehr funktioniert. Sachsen-Anhalt liegt seit Tagen mit Werten über 60 darüber.