Magdeburg (dpa/sa) - Sachsen-Anhalt will eine 30 Millionen Euro teure Forschungsanlage für die Gewinnung von chemischen Grundstoffen aus Plastikmüll und Braunkohle nach Leuna holen. Die schwarz-rot-grüne Regierung beschloss am Dienstag, die Hälfte der Summe aus Landesmitteln bereitzustellen. Damit sei ein erster Schritt getan, sagte Wirtschaftsminister Armin Willingmann (SPD). Die andere Hälfte der Summe soll der Bund zuschießen. Auch der Fraunhofer-Ausschuss muss noch zustimmen. Die Pilotanlage soll nach jetzigen Planungen ab 2022 am Chemie-Standort in Leuna entstehen.

Forscher des Fraunhofer-Instituts in Halle (IMWS) wollen herausfinden, ob sich aus der Verarbeitung von altem Plastikmüll in Verbindung mit Braunkohle ein neuer Grundstoff gewinnen lässt. Geht der Plan auf, könnte er für die Herstellung in der chemischen Industrie herkömmliche Grundstoffe wie Erdöl oder Erdgas ersetzen.