Halle (dpa/sa) - Nach zwei Messerattacken hat das Landgericht Halle einen 20-Jährigen am Mittwoch zu einer Jugendstrafe von drei Jahren und sechs Monaten verurteilt. Die Richter sahen es als erwiesen an, dass er aus nichtigem Anlass einen Fahrgast in einer Straßenbahn mehrfach in den Rücken und Hals gestochen hat. Zudem habe der 20-Jährige einen Mann in einem Geschäft mit einem Messer niedergestochen.

Die Staatsanwaltschaft hatte für den Angeklagten eine Jugendstrafe von vier Jahren, die Verteidigung von zweieinhalb Jahren gefordert. Das Gericht verurteilte ihn wegen gefährlicher Körperverletzung. Der Angeklagte hatte die Taten gestanden.

Der Fahrgast war im März mit teilweise tiefen Stichen in ein Krankenhaus gebracht worden. Ärzte retteten dem Wachmann in einer Notoperation das Leben. Der Angeklagte war mit zwei Männern in der Bahn lauthals in Streit geraten. Als der 38-Jährige ihn aufforderte, damit aufzuhören, habe der 20-Jährige ihn unvermittelt von hinten mit dem Messer attackiert. Das Urteil ist noch nicht rechtskräftig.