Dessau-Roßlau (dpa/sa) - Das Kurt Weill Fest in Dessau-Roßlau und Umgebung hat aufgrund seines vorzeitigen Endes wegen der Ausbreitung des Coronavirus deutliche Besuchereinbußen verzeichnet. "Etwa 6500 Tickets können nicht erfüllt werden", sagte der Präsident der Kurt-Weill-Gesellschaft, Thomas Markworth, am Freitag der Deutschen Presse-Agentur. Die Absage betreffe rund 15 Veranstaltungen, die normalerweise bis Sonntag gelaufen wären. "Die Stadt hatte keine andere Wahl", so Markworth. Die Organisatoren des Fests hätten die am Donnerstag beschlossene Verfügung des Gesundheitsamts der Stadt zur Absage aller öffentlichen Veranstaltung zwar mir Bestürzung, aber auch Verständnis entgegengenommen. Wichtig sei nun, die Ticketkäufer und die Beteiligten über weitere Entscheidungen zu informieren.

"Wir werden alle Kunden in den kommenden zwei Wochen kontaktieren", sagte der Präsident der Kurt-Weill-Gesellschaft. Sie sollen per E-Mail, Telefon oder Post über weitere Entscheidungen informiert werden. Auch auf der Internetseite des Kurt Weill Fests werde es Informationen geben. Noch sei jedoch völlig unklar, welche Versicherungsansprüche und Erstattungsrechte die Organisatoren gegen die Behörde geltend machen könnten. "Noch haben wir nichts schriftlich", erklärte Markworth.

"Unser Traum wäre, dass wir das restliche Programm nachholen können", so der Präsident. Aber es sei unklar, wie sich die Situation wegen des Coronavirus entwickle und demnach die Saison für die Veranstalter der Konzerte und Auftritte verlaufe. "Wir können leider noch nichts Zuverlässiges sagen", erklärte Markworth.

Das 28. Dessauer Kurt Weill Fest hatte am 28. Februar begonnen und hätte bis zum 15. März gedauert. Insgesamt standen 53 Veranstaltungen mit rund 650 Künstlern aus dem In- und Ausland auf dem Programm. Der eigentlich geplante Höhepunkt sollte ein Konzert des Moka Efti Orchestra im Anhaltischen Theater am Sonntag sein. Ursprünglich hatten die Organisatoren bei dem Festival mit rund 20 500 Besuchern gerechnet.