Erfurt (dpa) - Die Ausländerbeauftragten von acht Bundesländern haben Deutschland zur Aufnahme junger Flüchtlinge aufgefordert, die ohne ihre Familien in griechischen Lagern ausharren müssen. Die rund 4100 Kinder und Jugendlichen litten am meisten unter der absolut unzureichenden Versorgung auf den ägäischen Inseln, heißt es in einer am Dienstag in Erfurt veröffentlichten Erklärung. "Die wenigsten von ihnen sind altersgerecht untergebracht." In vielen Fällen stelle die Unterbringung für die Minderjährigen "eine erhebliche Gefährdung von Leib und Leben dar".

"Die Not ist bekannt, und wer nur zuschaut, macht sich mitschuldig", mahnte die Thüringer Flüchtlingsbeauftragte Mirjam Kruppa mit Blick auf den Aufruf an die Innenminister von Bund und Ländern. Zu den Unterzeichnern gehören auch Kruppas Amtskollegen von Berlin, Brandenburg, Bremen, Niedersachsen, Rheinland-Pfalz, Sachsen-Anhalt und Schleswig-Holstein.

In jüngster Zeit hatten Hilfsorganisationen "schreckliche Zustände" in den griechischen Lagern kritisiert. Dort sind Zehntausende Flüchtlinge untergebracht.