Hannover/London (dpa) - Die NordLB hat beim Stresstest der europäischen Bankenaufsicht EBA von den acht deutschen Instituten am schlechtesten abgeschnitten. Im Krisenszenario bis 2020 schrumpfte die harte Kernkapitalquote der Landesbank auf 7,07 Prozent, wie die EBA am Freitagabend in London mitteilte. Das vergleichsweise schwache Ergebnis des Instituts, an dem die Länder Niedersachsen und Sachsen-Anhalt beteiligt sind, war erwartet worden.

"Die Eigenkapitalpuffer der Banken sind generell zu niedrig", meinte Stefan Wenzel, der finanzpolitische Sprecher der Grünen im niedersächsischen Landtag. Für die NordLB müsse nun ein Sanierungskonzept vorgelegt werden, bei dem eine Zusammenarbeit mit anderen Landesbanken Priorität haben müsste. Die NordLB und die vor zwei Jahren von ihr übernommene Bremer Landesbank hätten sich zwischen 2004 und 2012 an Schiffskrediten "schwer verhoben". Die Suche nach Investoren für das angeschlagene Institut läuft seit einiger Zeit.

Dem Stresstest unterzogen wurden 48 Banken aus 15 EU-Staaten. Auf Basis der Bilanzen zum Jahresende 2017 musste die EBA durchrechnen, wie viel dünner ihre Kapitaldecke in drei Jahren werden würde, wenn die Konjunktur einbricht, die Arbeitslosenzahlen steigen und die Immobilienpreise in den Keller gehen. Die Aufseher versprechen sich Erkenntnisse darüber, wie anfällig Banken für Krisen wären und ob sie ihre Kapitalpuffer für schlechte Zeiten verstärken müssen.

Informationen EBA zu Stresstest 2018

EBA zu Szenarien im Stresstest 2018

EBA: Fragen und Antworten zum Stresstest 2018 (Englisch)

ESRB: Details zu Stresstestszenarien und länderspezifischen Vorgaben

EZB zu Bankenstresstest 2018

Informationen zur EZB-Bankenaufsicht

EZB zu direkt beaufsichtigten Banken

EZB zu faulen Krediten

Ergänzende EZB-Informationen zu faulen Krediten

EZB zu Krisentests bei griechischen Großbanken 5.5.2018

EBA zu Stresstest 2016

EZB zum "SREP"-Prozess für institutsspezifische Kapitalzuschläge