Magdeburg (dpa/sa) - Die Ausschreitungen im Rahmen einer Demonstration gegen die Corona-Politik in Berlin am Wochenende gehen nach Ansicht der Linken auch auf das Konto von Ministerpräsident Reiner Haseloff (CDU). "Mit seinem Ausscheren aus der bundeseinheitlichen Coronapolitik feuert er die Stimmung bei Maskenverweigerern und Coronaleugnern nur noch weiter an", teilten Parteichef Stefan Gebhardt und die designierte Spitzenkandidatin Eva von Angern mit. Die Partei erwarte vom Ministerpräsidenten, seine Entscheidung zu korrigieren.

Es sei nicht nachvollziehbar, dass die Sanktionsmöglichkeit nicht genutzt wird. So werde ein Flickenteppich kreiert, der Verunsicherungen schürt. "Länderspezifische Coronaverordnungen sind aufgrund des unterschiedlichen Infektionsgeschehens in Bereichen wie Kita, Schulen oder Veranstaltungen gerechtfertigt - die AHA-Regeln (Abstand, Hygiene, Alltagsmaske) müssen aber gesamten Bundesgebiet gleich sein."

Am Wochenende hatten zehntausende Menschen in Berlin gegen die Corona-Politik demonstriert. Nach Polizeiangaben hatten am Samstagabend etwa 300 bis 400 Demonstranten Absperrgitter am Reichstagsgebäude überrannt und sich lautstark vor dem verglasten Besuchereingang aufgebaut. Dabei wurden vor dem Sitz des Bundestags auch schwarz-weiß-rote Reichsflaggen geschwenkt.