Bad Lauchstädt (dpa/sa) - Das Goethe-Theater in Bad Lauchstädt (Saalekreis) ist trotz der coronabedingten Einschränkungen in diesem Jahr gut besucht gewesen. "Es ist besser gelaufen als erwartet", sagte der Geschäftsführer des Goethe-Theaters Bad Lauchstädt, René Schmidt, der Deutschen Presse-Agentur. Insgesamt habe es eine Kapazität von rund 6000 Plätzen gegeben. Davon seien 5315 Platzkarten verkauft worden. Dennoch sei im Corona-Jahr einiges anders gelaufen als geplant.

Mit dem Ausbruch der Pandemie im Frühjahr sei auch der Betrieb in dem historischen Theater eingestellt worden, erklärte Schmidt. Erst im Mai waren wieder Führungen möglich. Ab Juni gab es die ersten Auftritte. Jedoch standen statt der geplanten 49 Veranstaltungen nur noch 36 auf dem coronabedingt ausgedünnten Programm. Unter anderem fielen Veranstaltungen weg, die in Kooperation mit der Oper Halle und zu den später abgesagten Händel-Festspielen geplant waren.

Das Theater wurde 1802 unter der Leitung von Johann Wolfgang von Goethe (1749-1832) errichtet. Die Bauzeit des äußerlich schlichten Fachwerkbaus betrug nur drei Monate. Als Teil des mondänen Badeorts Lauchstädt, der für seine heilenden Quellen bekannt war, zog es von überall her Gäste an. Heute ist das Theater den Angaben nach das einzige original erhaltene Theatergebäude der Goethezeit. Die Pläne zum Bau stammten von dem renommierten Berliner Architekten Heinrich Gentz (1766-1811). Noch heute wird vorrangig zwischen Mai und Oktober in dem als Sommertheater angelegten Haus gespielt.

Aufgrund der strengen Hygienemaßnahmen musste in dieser Saison vor allem die Zahl der Plätze minimiert werden. Statt 450 Menschen durften zunächst nur 150 und später 190 Zuschauer ins Goethe-Theater, wie Schmidt erklärte. Im historischen Kursaal fanden statt der üblichen 230 nur noch 50 und später 85 Menschen Platz. "Das ist nicht viel, aber so waren die Bedingungen", sagte Schmidt. Um dennoch ausreichend Karten zu verkaufen, wurden einige Stücke häufiger als geplant aufgeführt. Unter andrem spielte Katharina Thalbach statt einem ganze drei Mal vor einem ausverkauften Haus.

Zu den Höhepunkten des "Coronaspielplans" gehörten laut Schmidt Goethes "Faust I", ein Wilhelm-Busch-Abend, Büchners Lustspiel "Leonce und Lena" sowie Mozarts "Die Zauberflöte", die auf einem extra aus dem Ruhrgebiet ausgeliehenen, historischen Hammerflügel begleitet wurde.

Die coronabedingte Zwangspause nutzten die Theaterschaffenden für ehrgeizige Sanierungsvorhaben des in die Jahre gekommenen Gebäudes. Die äußere Hülle erstrahle bereits in neuem Glanz, erklärte Schmidt. Mit dem im November begonnenen erneuten Teil-Lockdown sei Zeit gewonnen worden, um das Innere zu verputzen. Derzeit stehe ein dreitägiges Gerüst im Innenraum des Haus. Im April 2021 soll alles fertig sein, erklärte der Geschäftsführer.

Der letzte Feinschliff soll im Oktober 2021 erfolgen. Dann sollen die historischen Bänke im Goethe-Theater einen neuen Überzug erhalten. "Es soll aussehen wie zur Goethezeit", Schmidt. Geplant sei ziegelroter Stoff aus einem hochmodernen, brandfesten Gewebe.

Rund 2,5 Millionen stünden für die kompletten Sanierungsarbeiten zur Verfügung - unter anderem finanziert durch das Land und die Hermann-Reemtsma-Stiftung Hamburg und die Ostdeutschen Sparkassenstiftung. Das Goethe-Theater ist aufgrund des Teil-Lockdowns derzeit geschlossen.

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