Naumburg (dpa/sa) - Nach einer zwischenzeitlichen Entspannung hat sich die Corona-Lage im Burgenlandkreis wieder zugespitzt. "Das ist ein sehr unerfreulicher Vorgang", sagte Landrat Götz Ulrich (CDU) am Dienstag in Naumburg. Am Montag lag die Zahl der Neuinfektionen bei 301,38 pro 100 000 Einwohner innerhalb der vergangenen sieben Tage. Vor rund einer Woche lag der Wert bei 256,65. In der Woche davor wurde schon ein Mal ein Wert von mehr als 300 Infizierten pro 100 000 Einwohner gemeldet. Vor allem für die Pflegeheime habe der erneute Anstieg Konsequenzen - auch an Weihnachten, so Ulrich.

Teilweise sei wegen des Infektionsgeschehens in den Altenheimen ein Besuchsstopp notwendig, erklärte Amtsärztin Ina Schmidt. Unter Quarantäne stehende Bereiche könnten an Weihnachten nicht besucht werden. Zudem gebe es weiterhin Reihentests in den Heimen.

Am Montag lag der Inzidenzwert landesweit bei 206,58 Infizierten pro 100 000 Einwohner innerhalb der vergangenen sieben Tage. Der Burgenlandkreis war somit zuletzt einer der Kreise mit den höchsten Werten in Sachsen-Anhalt. Der Landkreis Wittenberg meldete am Montag einen Wert von 367,34 Infizierten - und damit die höchste Inzidenz.

Ulrich appellierte mit Blick auf die Feiertage zu mehr Vorsicht. Große Familienfeiern und Gottesdienste sollte gemieden werden, so der Landrat. In den Pflegeheimen müssten alle Besucher ausnahmslos Masken tragen - oder dürften nicht in die Einrichtungen. Auch die Heimleitungen sollten keine Ausnahmen zulassen. Im neuen Jahr sollten zudem die Reihentests im Schlachtbetrieb Tönnies fortgesetzt werden. Zuletzt war die Lage den Angaben nach relativ entspannt.

Der angekündigte Impfstoff soll wie andernorts auch am Sonntag im Burgenlandkreis eintreffen. Exakt 795 Dosen seien dem Landkreis im Süden von Sachsen-Anhalt in einer ersten Fuhre zugeteilt worden, so Ulrich. Zunächst bekämen Menschen mit der höchsten Priorität den Impfstoff - sprich Menschen in Pflegeheimen und deren Personal. In den kommenden Wochen sollen weitere Impfstoffrationen folgen. Wo genau die ersten Impfungen erfolgen sollen, blieb offen.