Magdeburg/Halle/Leipzig (dpa) - Sachsen-Anhalt trägt nach kräftigen Schneefällen in der Nacht zu Sonntag ein Winterkleid - allerdings variieren die Schneemengen regional sehr stark. "Den meisten Schnee gab es im Harz, im Mansfelder Land und im Burgenlandkreis", sagte Meteorologe Florian Engelmann vom Deutschen Wetterdienst der Deutschen Presse-Agentur. "Dagegen schneite es in der Altmark meist nur ein paar Flöckchen. Aber da wird im Laufe des Sonntags und in der Nacht zu Montag auch noch was ankommen." Das eigentliche Problem sei der kräftige Ostwind, der den leichten Pulverschnee auftürme.

Das habe entlang von Straßen und Wegen für Schneeverwehungen gesorgt, aber nicht zu einem Verkehrschaos geführt. "Glück ist, dass Sonntag ist", sagte ein Sprecher des Polizeireviers Harz, wo es in der Nacht neben dem Mansfelder Land und dem Burgenlandkreis am kräftigsten geschneit hatte. Hier kamen bis zu 30 Zentimeter Neuschnee runter. "Die Menschen müssen nicht raus und bleiben zu Hause."

Für den Burgenlandkreis meldete die Polizei zwischen Samstagabend und Sonntagmorgen fünf wetterbedingte Unfälle mit einer leichtverletzten Person. Im Landkreis Mansfeld-Südharz waren es im selben Zeitraum nach Polizeiangaben vier Unfälle ohne Verletzte. Auch anderswo war es laut Polizei bei Blechschäden geblieben - hauptsächlich steckten Fahrzeuge und Laster in Schneewehen fest. Die Landstraße zwischen Markröhlitz und Pettstädt musste nach Angaben des Landkreises Burgenlandkreis wegen Schneeverwehungen und havarierter Fahrzeuge gesperrt werden. Entlang der Autobahnen war es vor allem auf den Parkplätzen schwierig, weil geparkte Lastwagen kaum ihre Parklücken verlassen konnten.

In Magdeburg und Halle kam der Straßenbahnverkehr am Sonntagmorgen zum Erliegen, Busse fuhren aber nach Auskunft der zuständigen Verkehrsbetriebe weiter. Auch der Zugverkehr musste in Sachsen-Anhalt, Sachsen und Thüringen am Sonntag nahezu komplett gestoppt werden. Abellio Rail Mitteldeutschland stellte den Verkehr auf seinen Verbindungen vollständig ein, bei der Deutschen Bahn war das vor allem im Fernverkehr der Fall.

Der DWD rechnet bis Sonntagabend mit einem Nachlassen des Windes, aber nicht unbedingt mit Entspannung auf den Straßen. "Auch leichter Wind reicht bei Pulverschnee aus, um für Verwehungen zu sorgen", sagte Meteorologe Engelmann. Es werde bis Montagmorgen weiter schneien - und zum Start in die neue Woche noch kälter werden. "Am Sonntag erreichen wir maximal minus 5 Grad Celsius, am Montag und Dienstag werden es etwa minus 10 Grad sein. Und das ist die Höchsttemperatur", sagte Engelmann. "Also kein Kurze-Hosen-Wetter."

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