Schwerin (dpa/mv) - Die DDR-Kunstsammlung der Staatlichen Schlösser, Gärten und Kunstsammlungen Mecklenburg-Vorpommerns (SSGK) ist um Werke von Hans Ticha und Günther Hornig (1937-2016) erweitert worden. Für etwa 150 000 Euro sind sieben Gemälde der beiden Künstler angekauft worden, wie die SSGK-Direktorin Pirko Zinnow am Dienstag in Schwerin mitteilte.

Etwa die Hälfte der Summe wurde den Angaben nach von einem Verein bezahlt, der die drei Ticha-Gemälde erworben hatte. "Wir haben damit bedeutende Ergänzungen der Sammlung vorgenommen. Ticha und Hornig - diese zwei Positionen sind für die DDR-Kunst aus heutiger Sicht sehr wichtig", sagte Zinnow. Die DDR-Kunst sei kein abgeschlossenes Kapitel der Kunstgeschichte.

"Das sind Bilder, mit denen ich mich sehr breit beschäftigt habe", erläuterte Ticha zu seinen ausgestellten Werken. Unter den angekauften Gemälden ist "Sieger im Radrennen", was auf kritische Weise die Funktion des Sports in der DDR widerspiegeln soll. "Der Sport war die heilige Kuh", betonte der 79 Jahre alte Künstler. Dort habe das System zeigen können, dass es überlegen sei.

Ticha wird der Kunstrichtung Pop Art zugeordnet. Er agierte laut SSGK wie ein westlicher Pop Art-Künstler und befragte in seiner Malerei Ideale, aber auch Rituale des Sozialismus. Direktorin Zinnow würdigte die beiden Künstler, sie hätten in der Sammlung aufgrund ihrer Form und des provokanten Potenzials noch gefehlt.

Der verstorbene Hornig zählt zu den bedeutendsten abstrakten Malern Ostdeutschlands. Der aus Bitterfeld (Sachsen-Anhalt) stammende Künstler war Theatermaler und Bühnenbildassistent. Von ihm wurden demnach zwei Werke aus den 70er und 80er Jahren angekauft, zudem zwei Nachwendebilder. In seiner Kunst würden sich etwa Freiheit und Vergänglichkeit widerspiegeln.