Magdeburg/Halle (dpa/sa) - In Sachsen-Anhalts beiden größten Städten Magdeburg und Halle nutzen viele Verbraucher den vielleicht letzten offenen Verkaufssamstag vor Weihnachten für die Adventseinkäufe. "Das Stadtbild ist gut gefüllt", sagte der Sprecher Interessengemeinschaft Innenstadt Magdeburg, Arno Frommhagen, am Samstag der Deutschen Presse-Agentur. "Man merkt, dass der Einzelhandel schon jetzt mit erheblichen Rabatten lockt." Auch Wolfgang Fleischer von der Citygemeinschaft Halle rechnete mit starken Umsätzen.

Am Sonntag sollen die Ministerpräsidentinnen und Ministerpräsidenten mit Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) über deutlich härtere Corona-Einschränkungen beraten. "So wie es sich abzeichnet, wird der harte Lockdown vor Weihnachten kommen und nicht erst danach", sagte Baden-Württembergs Ministerpräsident Winfried Kretschmann (Grüne) am Samstag. Laut Medienberichten soll neben Schulen und Kitas dann auch der Einzelhandel bis auf wenige Ausnahmen wie Supermärkte schließen.

Frommhagen forderte Ministerpräsident Reiner Haseloff (CDU) auf, den Einzelhändlern wenigstens ein paar letzte Verkaufstage zu ermöglichen. "Wir hoffen, dass der Ministerpräsident mit Augenmaß agiert und wir noch zwei, drei Tage die Lager leerverkaufen können." In den letzten Tagen vor einem möglichen harten Lockdown sei mit einem starken Andrang zu rechnen, der müsste auf möglichst viele Tage entzerrt werden. Frommhagen hofft auf staatliche Hilfen. "Ich kann mir aber beim besten Willen nicht vorstellen, dass der Staat dem Einzelhandel viel zahlt, wie etwa der Gastronomie", sagte Frommhagen.

Auch Kollege Fleischer aus Halle hätte sich eine bessere Entzerrung des Weihnachtsgeschäfts gewünscht, etwa durch verkaufsoffene Sonntage. Nun hofft auch er auf "schnellstmögliche Hilfen vom Staat". Ohne solche seien viele Geschäfte in den Innenstädten in der Existenz bedroht. Schon jetzt hätten die Einzelhändler in Halle ein Umsatzminus von 30 bis 40 Prozent im Dezember. "Es wird nur das Wichtigste gekauft", sagte Fleischer. Die Gesundheit von Kunden und Angestellten gehe aber vor, betonte der Sprecher. "Das Leben steht an erster Stelle."