Hedersleben (dpa/sa) - Die Grünen in Sachsen-Anhalt sehen das vereinbarte Abschaltdatum für das Braunkohlekraftwerk Schkopau positiv. Zwischenzeitlich war diskutiert worden, das Braunkohlekraftwerk Schkopau im südlichen Sachsen-Anhalt bereits 2026 vom Netz zu nehmen und dafür in NRW ein neues Kraftwerk ans Netz gehen zu lassen. Nun soll Schkopau jedoch bis Ende 2034 laufen. Dies sei eine Gerechtigkeitsfrage zwischen Ost und West, sagte Sebastian Striegel, Landesvorsitzender der Grünen, am Sonntag. "Wir hatten in Sachsen-Anhalt schon mal das Thema Strukturabbruch. Das muss vermieden werden."

Der Landesvorstand sehe in den Plänen der Bundesregierung insgesamt jedoch eine verpasste Chance für den Klimaschutz, teilten die Grünen zudem mit. Viele ältere Kohlekraftwerke werden nach Ansicht der Partei zu spät vom Netz genommen. Auch die Inbetriebnahme des Steinkohlekraftwerks Datteln IV in Nordrhein-Westfalen wird kritisch gesehen. Darauf habe sich der Landesvorstand am Sonntag in Hedersleben geeinigt.

"Wir müssen dringend mit dem Ausbau der Erneuerbaren Energien vorankommen", sagte Striegel. Dies sei zentral dafür, dass der Strukturwandel gelinge und sichere zukunftsfeste Arbeitsplätze in Sachsen-Anhalt. Die aktuellen Pläne der Bundesregierung gefährdeten die Klimaziele für 2020 und 2030. Dies sei inakzeptabel. "Wir können die Klimakrise nur aufhalten, wenn wir endlich radikal handeln", sagte Striegel.