Halle (dpa/sa) - Das Handwerk im südlichen Sachsen-Anhalt warnt vor Sparmaßnahmen zu seinen Lasten. Die Vollversammlung der Handwerkskammer Halle formulierte ihre Sorge am Donnerstag in einer Resolution. Darin heißt es, die vor zwei Jahren eingeführte Meistergründungsprämie sei aus Sicht des Handwerks ein wertvolles Instrumentarium für die Sicherung der Wirtschaftsstrukturen. "Wir erwarten, dass die Landesregierung dieses Instrument auch zukünftig erhält und es nicht dem Verwaltungsdenken oder dem Sparzwang einzelner Behörden opfert." Das Programm unterstützt Meisterinnen und Meister, die einen Handwerksbetrieb gründen oder übernehmen.

Zudem sei es unverständlich, dass es dem Land nicht gelinge, das Azubi-Ticket auf den Weg zu bringen. "Es fällt uns schwer zu glauben, dass ein Azubiticket, das in den Nachbarländern zügig eingeführt wurde und gut angenommen wird, hierzulande Kompetenzstreitigkeiten der Einzelminister zum Opfer fällt." Weiter hieß es in der Resolution: "Wir erwarten ein klares Signal der Landespolitik an die Wirtschaft, da sich sonst der Nachwuchsmangel speziell in strukturschwachen Regionen zu verschärfen droht."

Derzeit laufen die Haushaltsverhandlungen für 2020 und 2021. Finanzminister Michael Richter hatte jüngst angekündigt, das Kabinett werde den Haushaltsentwurf kommenden Dienstag beschließen. Dann ist der Landtag als Haushaltsgesetzgeber am Zug.

Das Handwerk im südlichen Landesteil besteht aus rund 13 600 Unternehmen mit 71 500 Beschäftigen und 3300 Auszubildenden, wie es hieß. Die Vollversammlung ist das höchste Beschlussgremium der Handwerkskammer. In ihr sind Arbeitgeber und Arbeitnehmer vertreten.